Beat Villiger tritt sein Amt an

Der Zuger Regierungsrat ist nach längerer Bedenkzeit zu einer Entscheidung gekommen. Er hatte mit einer ausserehelichen Affäre für Schlagzeilen gesorgt.

Ende der Bedenkzeit: Der wiedergewählte Regierungsrat wird sein Amt antreten.

Ende der Bedenkzeit: Der wiedergewählte Regierungsrat wird sein Amt antreten. Bild: Urs Flueeler/Keystone

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Nach mehr als einer Woche hat der Zuger CVP-Regierungsrat Beat Villiger eine Entscheidung getroffen: Er will die Wahl annehmen und weiter «mit Freude und Elan» Regierungsrat sein. Er habe Fehler gemacht, aber nicht als Regierungsrat, sondern als Privatperson.

Die Auszeit seit der Wahl vom 7. Oktober, die Gespräche mit Familie und Partei sowie die vielen aufmunternden Zuschriften hätten ihn in der Überzeugung bestärkt, das Amt weiterzuführen, teilte er am Donnerstag mit.

Der Sicherheitsdirektor hatte bei der Wahl das drittbeste Resultat erzielt. Dies werte er als Vertrauensvotum der Zugerinnen und Zuger. Trotzdem habe er nicht sofort zur Tagesordnung übergehen wollen. Er habe die Situation mit seinem nächsten Umfeld und auch mit der Partei besprechen wollen und sich dafür eine kurze Auszeit genommen.

Affäre und uneheliches Kind

Der 61-jährige CVP-Regierungsrat geriet wenige Tage vor den Wahlen in die Schlagzeilen, weil er einer Frau ein Auto ausgeliehen hatte, obwohl diese keinen Fahrausweis besass. Ausserdem wurde der Vorwurf der Urkundenfälschung erhoben. Die Luzerner Staatsanwaltschaft hatte daraufhin ein Verfahren geführt, dieses jedoch eingestellt.

Schliesslich gab Villiger am Wahltag in einem Interview mit dem «SonntagsBlick» zu, dass er mit der Frau eine Affäre gehabt und eine gemeinsame Tochter habe. Zu diesem Zeitpunkt hatten allerdings viele Stimmberechtigte bereits gewählt.

Villiger bedauert die entstandene Verunsicherung in der Öffentlichkeit. Mit einer Stellungnahme zu den aufgeworfenen Fragen und mit der Veröffentlichung seiner Privatgeschichte am Wahlsonntag habe er Offenheit gegenüber der Öffentlichkeit gezeigt, schreibt er in seiner Mitteilung.

Parteikollege, Ständerat und Bundesrats-Kandidat Peter Hegglin stellte sich hinter Villiger. Wichtig sei, dass Villiger nichts Verbotenes getan habe. Ein uneheliches Kind sei nicht strafrechtlich relevant, sagte er am Dienstag gegenüber dem Internetportal Nau.ch.

Villiger ist verheiratet und hat drei Kinder mit seiner Ehefrau. Für ihn ist es die vierte Legislatur. (sep/sda)

Erstellt: 18.10.2018, 10:57 Uhr

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