Zum Hauptinhalt springen

«Bei der neuen Architektur gibt es viel fantasielosen Schrott»

Adrian Schmid, Geschäftsleiter des Vereins Schweizer Heimatschutz, über die Streichung von neun Siedlungen aus dem Inventar schützenswerter Ortsbilder des Bundes.

In Wangen im Glattal wirken die Bauernhäuser isoliert. «Der Ort versinkt in Neubauten», heisst es in der Begründung des Bundes für die Streichung aus dem Inventar schützenswerter Bauten.
In Wangen im Glattal wirken die Bauernhäuser isoliert. «Der Ort versinkt in Neubauten», heisst es in der Begründung des Bundes für die Streichung aus dem Inventar schützenswerter Bauten.
Giorgia Müller

Der Bund hat im Kanton Zürich 9 von 74 Siedlungen aus seinem Inventar schützenswerter Ortsbilder (Isos) gestrichen. Was sagen Sie dazu?

Es ist ein Ausdruck des gravierenden Veränderungsprozesses, in dem sich unsere Gesellschaft befindet. Dies wirkt sich auch auf unser baukulturelles Erbe aus. Leider fehlt in vielen Kantonen und Gemeinden noch das Bewusstsein, welche Bedeutung dieses Erbe für unser Wohlbefinden hat. Es sorgt für Heimatbildung, für Orte der Vertrautheit, die den Menschen Orientierungspunkte bilden, gerade in einer Zeit, in der sich alles rasant verändert. Deshalb ist es sehr wichtig, dass der Bund sein Inventar regelmässig überprüft. Interessant ist ja, dass in Zürich 9 Siedlungen gestrichen, aber 5 neu aufgenommen worden sind. Dazu gehören auch Industrie-Ensembles und das Kraftwerk Eglisau. Das zeigt, dass nicht nur historische Ortskerne, sondern auch andere Bauzeugen wichtig für unsere Identität sind.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.