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Bekomme ich jetzt das Geld für meinen Flug zurück?

Donald Trump hat ein Einreiseverbot in die USA verhängt. Flugtickets und Hotelbuchungen drohen zu verfallen. Wie sollen Konsumenten reagieren? Die wichtigsten Antworten.

Am sichersten bekommen Leute ihr Geld zurück, die eine Reiseversicherung abgeschlossen haben. Foto: Keystone
Am sichersten bekommen Leute ihr Geld zurück, die eine Reiseversicherung abgeschlossen haben. Foto: Keystone

Wen betrifft der US-Einreisestopp?

Das von US-Präsident Donald Trump angekündigte 30-tägige Einreiseverbot in die USA gilt für den Schengen-Raum. Es tritt am Freitag ab Mitternacht (US-Ortszeit) in Kraft. Somit sind 26 europäische Länder davon betroffen, darunter auch die Schweiz, Österreich, Deutschland und Italien. Das gab der amtierende Heimatschutzminister Chad Wolf in einem Statement bekannt. Der Einreisestopp wird für ausländische Reisende verfügt, die in den vergangenen 14 Tagen im Schengen-Raum waren. Ein EU-Diplomat sagte, es habe keine Hinweise und auch keine Koordinierungen mit der Europäischen Union gegeben.

Was rät der Konsumentenschutz Reisenden, deren Flugtickets ungültig sind oder die Hotelbuchungen oder Reisearrangements stornieren müssen?

Wer unverschuldet an einer Reise oder einem Event nicht teilnehmen kann, dem rät der Konsumentenschutz, den Veranstalter zu kontaktieren, um bei ihm eine Rückerstattung oder teilweise Rückerstattung zu verlangen. Bei Reisen sollte man sich vorgängig noch kundig machen, ob eine Versicherung die Leistung übernimmt oder ob es sich um eine Pauschalreise handelt. Wichtig ist: Der Kunde muss zuerst selbst tätig werden. «Wir haben auf unserer Internetseite Musterschreiben publiziert, die ausgefüllt und per Post oder per E-Mail verschickt werden können», sagt Geschäftsführerin Sara Stalder. Einzelne Event- oder Sportveranstalter verlangen, dass die Kunden ihre Formulare ausfüllen, um zu bestätigen, dass sie gesund sind oder sich nicht kürzlich in einer Risikoregion aufhielten. «Wenn diese Formulare nicht ausgefüllt werden können, besteht aus unserer Sicht dennoch ein Recht auf Rückerstattung, da die Konsumenten ja wegen des Coronavirus und nicht aufgrund eines Eigenverschuldens eine Leistung nicht beanspruchen konnten», betont Sara Stalder. Kunden, die bei Rückforderungen Probleme haben, können ihre Fälle dem Konsumentenschutz melden, die im Bedarfsfall bei renitenten Anbietern interveniert.

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Bekomme ich mein Geld zurück, wenn ich einen Flug in die USA oder ein Hotel gebucht habe?

Am sichersten bekommen Leute ihr Geld zurück, die eine Reiseversicherung abgeschlossen haben. Jürg Thalmann, Sprecher der Mobiliar-Versicherung sagt: «Wir bezahlen Annullationskosten, wenn eine Kundin oder ein Kunde in ein Gebiet, eine Stadt oder eine Ortschaft reisen wollte, die von den Behörden unter Quarantäne gestellt wurden, oder aufgrund von Ein- und Ausreiseverboten nicht erreichbar sind.» Die Versicherungsgesellschaft Zurich teilt wiederum mit, der Versicherungsschutz gelte so lange, als dass die Staaten den Stopp verfügen. Liege das geplante Einreisedatum innerhalb der Frist des Stopps, kommt Zurich für die Annullation auf. «Ausgenommen sind reine Flugreisen ab grenznahen Flughäfen und Transferflüge, die über Flughäfen in die entsprechenden Länder führen», sagt ein Zurich-Sprecher. Es gibt Versicherungen, die überprüfen, ob die Reise mit einer Kreditkarte bezahlt wurde, denn in diesem Fall besteht für eine Reiseannulation womöglich ein Entschädigungsanspruch seitens des Kreditkartenherausgebers. «Bleiben ungedeckte Kosten, springt unserer Reiseversicherung ein», sagt Mobiliar-Sprecher Thalmann.

Was müssen Kundinnen und Kunden, die eine Reiseversicherung haben, als Erstes tun?

Sie müssen sich in erster Linie an den Leistungserbringer, also Fluggesellschaften oder Reiseveranstalter, halten und prüfen, was die Unternehmen dem Kunden in der jeweiligen Situation anbieten. Es ist möglich, Lösungen zu finden, bei denen für Konsumenten kein oder kein unmittelbarer finanzieller Schaden entsteht. Die Zurich-Versicherung empfiehlt Kunden mit Ferienplänen, «sich tagesaktuell über die Situation am Reiseziel zu informieren.»

Wird das Eidgenössische Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) eine Anlaufstelle oder eine Info-Hotline einrichten, an die sich ratlose USA-Reisende wenden können?

Ein EDA-Sprecher verneint und verweist darauf, dass die USA die Einreisesperre verhängt hätten. In diesem Fall sei es also nicht an der Schweiz, sondern am Drittstaat, über seinen Entscheid und kommende Entscheide zu informieren, zumal sich die Dinge extrem rasch entwickelten. Für eine Anlaufstelle oder Info-Hotline zuständig ist aus Sicht des EDA also die US-Botschaft in Bern. Auf der Homepage der US-Vertretung in Bern waren bis heute Morgen keinerlei Informationen zum in Washington getroffenen Entscheid verfügbar.

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