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Bereits 90 Beschwerden wegen «Rundschau»-Beitrag zum Gripen

Die Ombudstelle der SRG hat so viele Beanstandungen erhalten wie noch nie. Dies liegt womöglich nicht nur am Beitrag: Im Internet riefen Kampfjet-Befürworter zum Verfassen von Beschwerden auf.

Daniel Foppa

Ein am Mittwoch ausgestrahlter Beitrag der TV-Sendung «Rundschau» zur Beschaffung des Gripen-Kampfjets hat heftige Reaktionen ausgelöst. Laut SRG-Ombudsmann Achille Casanova sind bis gestern 90 Beanstandungen eingetroffen. «Das ist ein neuer Rekord», sagte er. 80 Beschwerden kritisieren den Beitrag als zu Gripen-kritisch, 10 beanstanden, dass Gripen-Kritiker zu wenig zu Wort gekommen seien. Im Anschluss an den Beitrag hatte Moderator Sandro Brotz ein Interview mit Bundesrat Ueli Maurer geführt, worin dieser die Berichterstattung als «tendenziös» kritisierte.

Casanova vermutet, dass die Menge der Beanstandungen mit einer Facebook-Aktion von Kampfjet-Befürwortern zusammenhängt. Dort ruft eine «Informationsgruppe Pro-Kampfflugzeuge» dazu auf, «mit allen zugänglichen und möglichen (legalen) Mitteln gegen solch unwürdigen Journalismus vorzugehen». Gleichzeitig wird auf eine Anleitung zum Verfassen von Beschwerden gegen eine TV-Sendung verwiesen. Präsident der Gruppe ist der frühere Zürcher FDP-Gemeinderat und Ex-Staatsschutzbeamte Hans-Ulrich Helfer. «Ich hoffe, dass mehrere hundert Beanstandungen eintreffen werden», sagte er. Seiner Meinung nach berichten die Medien «nicht neutral» über die Kampfjetbeschaffung. Auch die Junge SVP Biel-Seeland ruft auf ihrer Homepage dazu auf, sich beim SRG-Ombudsmann gegen die Sendung zu beschweren.

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