Bergbahnen trifft keine Schuld für Schlittelunfall

Eine junge Frau hatte die Bergbahnen Flims nach einem Schlittelunfall auf eine Entschädigung von 50'000 Franken verklagt. Vor Bundesgericht ist sie nun abgeblitzt.

Ist der Meinung, dass die Bergbahnen die Schlittelpiste genügend gesichert hatten: Eingangsbereich des Bundesgerichts in Lausanne.

Ist der Meinung, dass die Bergbahnen die Schlittelpiste genügend gesichert hatten: Eingangsbereich des Bundesgerichts in Lausanne. Bild: Keystone

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Das Bundesgericht hat entschieden, dass die Weisse Arena Bergbahnen einer beim Schlitteln verunfallten jungen Frau keine Entschädigung zahlen muss. Das Unternehmen hat die Schlittelbahn und deren Randbereich ausreichend gekennzeichnet und gesichert.

Die junge Frau war zum Zeitpunkt des Unfalls im Jahr 2005 15 Jahre alt. Sie sass hinter ihrer Freundin auf einem Holzschlitten, als sie auf dem beleuchteten Nachtschlittelweg von Foppa Richtung Flims-Dorf eine Rechtskurve nicht erwischten.

Die Mädchen fuhren über den Rand der Piste und über ein dort angebrachtes Netz hinaus und prallten in die sieben Meter entfernte Wand eines Stalls. Die Verunfallte erlitt ein schweres Schädelhirntrauma mit Blutungen, eine Milzverletzung, und sie brach sich einen Daumen.

Piste war ausreichend gesichert

Die Folgen des Unfalls sind neuropsychologische Funktionsstörungen, eine verminderte Belastbarkeit und chronische Kopfschmerzen. Die junge Frau reichte deshalb 2011 eine Klage beim Bezirksgericht Surselva ein. Sie verlangte, dass ihr die Bergbahnen eine Entschädigung von 50'000 Franken zahlen.

Das Bundesgericht hat die Beschwerde der Klägerin, soweit es darauf eingetreten ist, abgewiesen. Es kommt wie die Vorinstanzen zum Schluss, dass die Bergbahnen die Schlittelpiste ausreichend gesichert hatten.

Jeder Schneesportler konnte gemäss Bundesgericht von weitem erkennen, dass er seine Fahrgeschwindigkeit drosseln musste, um abbiegen zu können. Auch wenn die Piste in der Falllinie auf den Stall zulief, waren die Platzverhältnisse weiträumig sowie der Pistenverlauf und der Stall gut erkennbar.

Es bestand deshalb kein Anlass für die Bergbahnen, weitere Sicherheitsmassnahmen ausserhalb des zu sichernden Streifens von zwei Metern Breite neben dem Pistenrand zu treffen. (kpn/sda)

Erstellt: 09.03.2015, 12:13 Uhr

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