Berner Kantonspolizei zeigt Luzi Stamm an

Der Aargauer SVP-Nationalrat tauchte Anfang März mit einem Gramm Kokain im Bundeshaus auf. Nun muss er sich wegen Drogenbesitzes vor der Justiz verantworten.

Ihm droht juristisches Ungemach: Nationalrat Luzi Stamm bei einer Rede in Bern. (Archiv)

Ihm droht juristisches Ungemach: Nationalrat Luzi Stamm bei einer Rede in Bern. (Archiv) Bild: Peter Schneider/Keystone

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Als Luzi Stamm vor ein paar Wochen in Bern auf der Strasse ein Gramm Kokain für mehr als 40 Franken gekauft und damit für grosses mediales Aufsehen hatte, wurde er von der Aargauer SVP dazu gebracht, ein Time-out zu nehmen und sich ärztlich behandeln zu lassen. Im Mai wolle Stamm an der Sondersession des Nationalrats teilnehmen, sagte Thomas Burgherr, Präsident der Aargauer Kantonalpartei.

Doch vorerst hat sich der 66-Jährige mit der Justiz zu beschäftigen. Die Kantonspolizei Bern zeigte Stamm bei der Staatsanwaltschaft an. Sprecherin Jolanda Egger bestätigte am Donnerstagabend gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA einen Online-Bericht des «Blick». Stamm sei im Zuge der Abklärungen einvernommen worden, so Egger.

Mit seiner Aktion machte sich der 66-Jährige zum Hauptgespräch im Bundeshaus. Die Drogen hatte er einem Strassenmusiker abgekauft. Nach etwa halbstündiger Verhandlung, wie Stamm sagt, habe er für gut 40 Franken ein Säckchen genommen. «Ich habe dem Dealer gegenüber meine Rolle als Käufer perfekt gespielt», sagt er.

Sein Motiv: Er wolle auf die unhaltbare Dealerei in Bern bewusst aufmerksam machen, «damit endlich etwas unternommen wird.» Die Dealerei kenne er. Seinerzeit als Gerichtspräsident habe er diese mit aller Härte bestraft, sagte Stamm.

Mit Falschgeld im Parlament

Doch nicht nur Drogen nahm Stamm ins Bundeshaus: Während der Wintersession hatte er in einem Koffer eine Million Euro Falschgeld mit in die Wandelhalle des Parlaments genommen. Das Falschgeld gehörte gemäss Stamm einem Klienten. Weil Session gewesen sei, habe er den Koffer in Bern dabeigehabt, sagte Stamm dem Regionalsender Tele M1.

Das Geld habe er sofort von Spezialisten begutachten lassen. Wegen des Anwaltsgeheimnisses könne er nicht mehr sagen, hielt der 66-jährige Rechtsanwalt fest. (red)

Erstellt: 11.04.2019, 18:59 Uhr

Update folgt...

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