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Beznau 1 muss monatelang vom Netz

Rund drei Monate lang fällt der Block 1 des AKW in Beznau aus. An einigen Stellen weist das Material eine andere Dichte auf.

Der Reaktor 1 ist das älteste kommerziell betriebene AKW der Welt: Das Kernkraftwerk in Beznau. (6. März 2015)
Der Reaktor 1 ist das älteste kommerziell betriebene AKW der Welt: Das Kernkraftwerk in Beznau. (6. März 2015)
Walter Bieri, Keystone

Die Wiederinbetriebnahme von Block 1 des AKW Beznau verzögert sich nach der Jahresrevision um drei Monate bis Ende Oktober. Grund sind Unregelmässigkeiten im Material des Reaktordruckbehälters, die dank neuster Messtechnologie gefunden wurden.

Der Prüfkopf habe beim Abtasten des Reaktordruckbehälters an einigen Stellen Anzeigen registriert, die auf Unregelmässigkeiten bei der Herstellung hinweisen, sagte Axpo-Sprecher Antonio Sommavilla. Es handle sich nicht um Risse, sondern eventuell um kleine Verunreinigungen oder um Stellen, an denen das Material eine andere Dichte aufweist.

Befunde müssen bewertet werden

Um diese Unregelmässigkeiten einordnen zu können, wurden zusätzliche Messungen und Analysen durchgeführt. Die Ergebnisse liegen in Form eines vorläufigen Messberichtes vor. Dieser wurde der Aufsichtsbehörde Ensi eingereicht.

Das Ensi erwarte nun von der Axpo eine Bewertung dieser Befunde, teilte das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat gleichzeitig mit. Der Betrieb von Beznau 1 dürfe erst wieder aufgenommen werden, wenn die Sicherheit des Reaktordruckbehälters nachgewiesen ist.

Messungen an Block 2

Am Reaktordruckbehälter von Block 2 wollen die Verantwortlichen vergleichbare Messungen durchführen. Damit diese zeitnah zu denjenigen von Block 1 durchgeführt werden können, soll die für Mitte August geplante Jahresrevision um einige Tage vorgezogen werden. Entsprechende Arbeiten sind eingeleitet worden.

Eine erste zeitliche Verzögerung bei der Jahresrevision von Block 1 hatte es schon vorher gegeben, als der neue Deckel nicht ganz genau auf den Reaktordruckbehälter passte. Dies warf die Arbeiten um rund zwei Wochen zurück. Inzwischen wurde der neue Deckel nachbearbeitet und konnte erfolgreich auf den Reaktordruckbehälter aufgesetzt werden.

Greenpeace fordert Abschaltung von Reaktor 2

Greenpeace fordert, das gesamte Material des Reaktordruckbehälters zu untersuchen, und drängt zudem auch auf die sofortige Abschaltung des Reaktor 2. Der Axpo wirft die Organisation vor, die Schwachstellen am Druckbehälter von Reaktor 1 zu verharmlosen.

«Alle verfügbaren Analysen müssen ohne Einschränkung umgehend veröffentlicht werden», wird Greenpeace-Atomexperte Florian Kasser in einer Mitteilung zitiert. «Und auch die Anzahl und Grösse der Risse darf nicht verheimlicht werden.»

(SDA)

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