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Beznau 2 abgeschaltet – Ensi gibt Entwarnung

Erst vor kurzem beteuerte Axpo-Chef Karrer, Beznau sei in einem Top-Zustand. Nun musste der älteste Reaktor der Welt abgeschaltet werden. Die Reparatur wird mehrere Tage dauern.

Fehler im Wasser-Kühlsystem: Atomkraftwerk Beznau.
Fehler im Wasser-Kühlsystem: Atomkraftwerk Beznau.
Keystone

Der Reaktorblock 2 des Atomkraftwerks Beznau ist am Freitagabend abgeschaltet worden. Grund dafür war eine Störung an einer der beiden Reaktorhauptpumpen, wie die Betreiberfirma Axpo mitteilte. Es sei eine Störung am Wellendichtungssystem aufgetreten, hiess es im Communiqué. Die Betriebsmannschaft habe darauf entschieden, den Reaktor «gemäss der Betriebsvorschrift abzuschalten».

Die betroffene Pumpe dient dazu, das Kühlmittel im Primärkreislauf des Reaktors umzuwälzen. Im AKW Beznau stehen so genannte Druckwasserreaktoren im Einsatz. Bei diesem Typ dient Wasser als Kühlmittel. Im Primärkreislauf wird das Wasser durch den Kern des Reaktors geführt, wo es die erzeugte Energie in Form von Wärme aufnimmt.

«Beznau ist Weltklasse!»

Um die defekte Pumpe reparieren zu können, muss die Anlage laut Axpo abgekühlt werden. Dies werde mehrere Tage in Anspruch nehmen. Reaktorblock 1 sei von der Störung nicht betroffen und weiterhin am Netz. Beznau ist das älteste noch in Betrieb stehende AKW der Welt. Reaktorblock 2 ist seit 1971 in Betrieb und damit rund ein Jahr jünger als Block 1.

Erst vor zwei Wochen beteuerte Axpo-Chef Heinz Karrer, Beznau 1 und 2 seien in einwandfreiem Zustand: «Man hat immer sehr viel in die Sicherheitstechnik und die Sicherheitskultur investiert. Beznau ist Weltklasse!», so Karrer. Die nächste Grossüberprüfung durch das Ensi steht 2020 an.

«Befristung hat grosse Nachteile»

Nach dem Gerichtsurteil gegen das AKW Mühleberg hatten rot-grüne Politiker auch Beznau ins Visier genommen.

Karrer wehrte sich in einem Interview mit der Zeitung «Der Sonntag» gegen eine Beschränkung der Betriebsdauer. «Eine Befristung hat grosse Nachteile», begründet Karrer. «Man würde sich, je näher das Ende der Frist rückt, immer mehr überlegen, ob man überhaupt noch in dieses Kraftwerk investieren soll. Das ist für die Sicherheitsphilosophie nicht optimal.» Derzeit hat die Axpo für Beznau 1 und 2 eine unbefristete Betriebsbewilligung.

Stets in sicherem Zustand

Das Eidgenössisches Nuklearsicherheitsinspektorat Ensi hat den Vorfall auf der Ereignisskala INES vorläufig dere Stufe Null zugeordnet (Ereignis ohne oder mit geringer sicherheitstechnischer Bedeutung). Das Ereignis werde im im Rahmen der ordentlichen Vorkommnisbearbeitung im Detail analysiert.

Auf der Ensi-Liste von meldepflichtogen Vorkommnissen wird der Pumpen-Defekt nicht aufgeführt. Dort publiziert die Behörde nur Ereignisse, die sie der Stufe 1 und höher zuordnet. Beznau 2 war laut Liste zuletzt Ende 2010 mehrfach von solchen Ereignissen betroffen.

Der Reaktor habe sich sich zu jeder Zeit in einem sicheren Zustand befunden, teilte das Ensi auf seiner Website weiter mit. Es sei zu keiner unzulässigen Freisetzung von Radioaktivität gekommen, die Sicherheit der Bevölkerung sei zu jeder Zeit gewährleistet gewesen. Der Reaktor könne wieder angefahren werden, wenn die Reparatur abgeschlossen und das Ensi davon überzeugt sei, dass keine sicherheitstechnischen Einwände bestünden.

SDA/ami

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