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«Bio ist nicht für alle erschwinglich»

«Es geht in der Initiative um weit mehr als um die Arbeitsbedingungen»: Bundesrat Alain Berset. Foto: Christian Pfander

Herr Bundespräsident, kommt zu Hause bei Familie Berset jeweils Fair Food auf den Tisch?

Die Initiative verlangt «umwelt- und ressourcenschonende», «tierfreundliche» und unter «fairen Arbeitsbedingungen» hergestellte Lebensmittel. Wie kann man dazu Nein sagen?

Sie meinen also, die Anliegen der Fair-Food-Initianten seien schon erfüllt?

«Für uns ­krempelt niemand seine Landwirtschaft um.»

Der Bundesrat behauptet ­ja vor allem, dass wir Verträge verletzen würden ...

Die Initianten sagen, eine völkerrechtskonforme Umsetzung sei möglich. Der Initiativtext verlange nicht, ­der ganzen Welt Schweizer Standards aufzuzwingen.

Die Völkerrechtlerin Elisabeth Bürgi sieht es anders: Es gebe sehr wohl internationale Standards – im Sozialbereich etwa die Übereinkommen der Internationalen Arbeitsorganisation.

Video: Was will die Fair-Food-Initiative?

Was verstehen denn Siepersönlich unter «fair»produzierter Nahrung?

Würden Sie die Initiative bei einem Ja mit Marktabschottung umsetzen? Oder mit offenen Grenzen für «Nachhaltiges» – und damit als Provokation für die Schweizer Bauern?

«Wenn wir hier nur noch Bio-Orangen und -Bananen hätten, wäre die Auswahl kleiner.»

Bundesrat Alain Berset

Economiesuisse sagt, bei einem Ja würden die Lebensmittel um bis zu 50 Prozent teurer. Das ist doch ein übertriebenes Horrorszenario.

Aber wir hätten doch immer noch Bananen und Orangen – wohl einfach in Bio-Qualität.

Ihre Partei, die SP, vertritt bei der Fair-Food-Initiative eine andere Meinung als Sie ...

... aber Hand aufs Herz: Sie sind verpflichtet, die Position des Bundesrats zu vertreten. Wären Sie noch Ständerat, würden Sie der Initiative zustimmen?

Ist es für Sie eine neue Erfahrung, dass Sie sich neben Sozialversicherungen nun auch mit Landwirtschaftsfragen beschäftigen müssen?

Als Bundespräsident haben Sie ohnehin vielfältige Aufgaben. Nächste Woche treffen Sie den französischen Präsidenten. Was werden Sie mit Emmanuel Macron besprechen?

«Sie wollen wissen, ob ich mich 2019 der Wiederwahl als Bundesrat stelle? Dem ist so.»

Alain Berset

Seit Monaten bestimmen die beiden FDP-Bundesräte die öffentliche Debatte über das Rahmenabkommen. Hätten Sie als Bundespräsident in diesem Dossier nicht sichtbarer die Führung übernehmen sollen?

Die Gewerkschaften werfen Johann Schneider-Ammann und Ignazio Cassis vor, mit dem Angriff auf die flankierenden Massnahmen die «rote Linie» des Bundesrates überschritten zu haben. Wie sehen Sie das?

Und sie wurden von den beiden FDP-Bundesräten nicht überschritten?

Der Gewerkschaftsbund hat die Gespräche über die flankierenden Massnahmen platzen lassen. Haben Sie Verständnis dafür?

Die Bundespräsidentschaft gilt als Karrierehöhepunkt. 2019 endet die Legislatur. Werden Sie bald eine neue Herausforderung suchen?