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Bitte nüchtern bleiben

Die BAG-Studie liefert für zusätzliche Marktregulierungen wenig Argumente.

Wird auf den Schweizer Strassen gepöbelt, geprügelt oder randaliert, ist jedes zweite Mal Alkohol mit im Spiel: Durch eine breite Recherche bei Polizeikorps und Suchtexperten hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) jetzt erhärtet, dass zwischen Rauschtrinken und Tätlichkeiten im öffentlichen Raum ein enger Konnex besteht. Bei manchen Deliktkategorien, etwa Körperverletzung, ist in fast drei Vierteln aller Fälle Alkohol der Treibstoff. Die meisten Täter sind, man hat es geahnt, ­Männer zwischen 19 und 34 Jahren.

Auf den ersten Blick verheissen diese Befunde Auftrieb für jene, die der Jugend über das nationale ­Alkoholgesetz den Zapfhahn zudrehen möchten: ­Ständerat und Nationalrat führen derzeit eine intensive Debatte über nächtliche Verkaufsverbote sowie Mindestpreise für Alkoholika. Doch inte­ressanterweise liefert die BAG-Studie für zusätzliche Marktregulierungen wenig Argumente, im Gegenteil: Just die Polizeikorps scheinen am Erfolg von Verkaufsverboten und Preiserhöhungen zu zweifeln. Den stärksten Präventions­effekt versprechen sich die Polizisten von örtlich und zeitlich begrenzten Konsumverboten; 56 Prozent der Befragten stuften diese Massnahme als wirkungsvoll ein. Dahinter rangieren Vorschläge wie stärkere Polizeipräsenz (49 Prozent) oder umfassende Prävention unter Einbezug der Eltern (39 Prozent). Dagegen glauben nur 34 Prozent an den Sinn von Verkaufsstopps, bei höheren Preisen sind es gar bloss 24 Prozent. Selbst unter Suchtexperten sind die diskutierten Regulierungen umstritten. Moniert wird etwa, die Leute fänden wohl ­immer Wege, sich Alkohol zu beschaffen.

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