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Blindes Vertrauen rächte sich

Bundeshausredaktor Christian Brönnimann über den Untersuchungsbericht zur Seco-Korruptionsaffäre.

Die Untersuchung zur Korruptionsaffäre im Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) zeigt eindrücklich, welche Folgen fehlende Führungsverantwortung haben kann. Das blinde Vertrauen der Vorgesetzten ermöglichte dem IT-Ressortleiter die krummen Geschäfte. Von einem schlechten Führungsverständnis zeugt auch, wie die Vorgesetzten mit internen Hinweisen und Warnungen umgingen. Mitarbeiter hätten damit gerechnet, dass negative Aussagen über den ¬Ressortleiter für sie selbst, nicht aber für den Ressortleiter negative Konsequenzen gehabt ¬hätten, steht im Untersuchungsbericht. Die Verkrustung in der betroffenen Abteilung muss gross gewesen sein.

Dem damaligen Leiter der Direktion für Arbeit, Serge Gaillard, war klar, dass das Beschaffungsrecht im IT-Bereich systematisch umgangen wurde. Trotzdem liess er seine Mitarbeiter gewähren. Er unterschätzte wohl schlicht die Brisanz dieser Gesetzesverletzungen. Es zählte primär, dass die Computersysteme funktionierten. Verlässlichkeit und die Einhaltung des geltenden Rechts seien «eine Selbstverständlichkeit», sagte Wirtschaftsminister Schneider-Ammann gestern.

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