Bodyguards von Kameruns Präsidenten in Genf verhaftet

Die Sicherheitsleute von Paul Biya wurden nach dem Angriff auf einen RTS-Journalisten in provisorische Untersuchungshaft gesetzt.

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Nach dem Angriff auf einen RTS-Journalisten in Genf hat die Genfer Staatsanwaltschaft sechs Sicherheitsleute von Kameruns Präsident Paul Biya verhaftet. Fünf von ihnen befinden sich nach wie vor in Gewahrsam.

Der Reporter des Westschweizer Radios und Fernsehens RTS hatte am 26. Juni Strafanzeige eingereicht, nachdem er vermutlich durch Sicherheitskräfte des kamerunischen Präsidenten attackiert und leicht verletzt worden war. Der Medienschaffende hatte über eine Zusammenkunft von kamerunischen Oppositionellen vor dem Hotel Intercontinental in Genf berichtet, wo Biya seit Sonntag logierte.

Die Sicherheitskräfte des Präsidenten hinderten den Journalisten daran, deren Einsatz gegen Kundgebungsteilnehmende zu filmen. Die mutmasslichen Bodygards nahmen ihm seine Tasche mit seinem Arbeitsmaterial ab, ebenso das Mobiltelefon und das Portemonnaie. Nach mehrstündigen Verhandlungen konnte er seine Sachen in Begleitung eines Sicherheitsbeamten wieder abholen.

Wie die Genfer Staatsanwaltschaft am Mittwoch schreibt, hat die Kriminalpolizei sechs Personen identifiziert, die am Angriff beteiligt waren. Es handelt sich um Mitglieder des Sicherheitsdienstes des kamerunischen Präsidenten.

Die sechs Personen wurden am Dienstag verhaftet. Sie sitzen in provisorischer Untersuchungshaft. Es handelt sich um fünf Männer und eine Frau. Die Frau, die über einen Diplomatenpass verfügt, wurde wieder freigelassen.

Die fünf anderen Personen werden laut der Genfer Staatsanwaltschaft am Mittwochnachmittag angehört und mit den Vorwürfen der Gegenpartei konfrontiert. Für sie gelte die Unschuldsvermutung.

Diplomatisches Nachspiel

Der Zwischenfall hatte bereits ein diplomatisches Nachspiel. Kameruns Botschafter wurde nach dem Angriff nach Bern zitiert. Das Eidgenössische Departement für auswärtigen Angelegenheiten (EDA) gab ihm zu verstehen, dass in der Schweiz die Pressefreiheit gelte und diese zu respektieren sei. Die Schweizer Diplomatie hatte sich um eine Lösung der aktuellen Krise in Kamerun bemüht. (nag/sda)

Erstellt: 03.07.2019, 15:42 Uhr

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