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Bois Mörder Kris V. ist gefasst

Der 22-jährige Mörder, der aus der Psychiatrischen Klinik in Windisch AG geflüchtet war, ist bei Stuttgart verhaftet worden.

Verhaftet: Der wegen Mordes verurteilte Kris V. ist nach seinem Ausbruch aus der Psychiatrischen Klinik Königsfelden gefasst worden. (Archiv)
Verhaftet: Der wegen Mordes verurteilte Kris V. ist nach seinem Ausbruch aus der Psychiatrischen Klinik Königsfelden gefasst worden. (Archiv)
Kapo Aargau
Der Mörder flüchtete aus der Klinik in Windisch AG. Der Schweizer hatte 2009 die 17-jährige Boi Ngoc Nguyen im Tessin mit einem Holzscheit erschlagen.
Der Mörder flüchtete aus der Klinik in Windisch AG. Der Schweizer hatte 2009 die 17-jährige Boi Ngoc Nguyen im Tessin mit einem Holzscheit erschlagen.
Kapo Aargau
Der bei der Tat 16-Jährige erhielt vor dem Jugendgericht in Baden die Höchststrafe: Kris V. auf einem alten, noch verpixelten Bild.
Der bei der Tat 16-Jährige erhielt vor dem Jugendgericht in Baden die Höchststrafe: Kris V. auf einem alten, noch verpixelten Bild.
Kapo Aargau
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Kris V. war am letzten Samstag aus der Klinik in Windisch geflohen. Nun wurde der Mörder des 17-jährigen Mädchens Boi von deutschen Beamten am Freitag gefasst, wie die Gerichte Kanton Aargau mitteilen. Die Staatsanwaltschaft wird für den Schweizer ein Auslieferungsgesuch stellen.

Wann der 22-Jährige in seine Heimat zurückgeführt werde, sei noch unklar. Das Familiengericht Baden prüfe nun, in welcher geschlossenen Einrichtung der Mann nach seiner Rückkehr in die Schweiz untergebracht werde.

Enge Zusammenarbeit mit Deutschland

Die Aargauer Justizbehörden verfügen derzeit noch über keine Details zur Festnahme. Gemäss Angaben des Polizeipräsidiums Stuttgart wurde der Mann in der Kleinstadt Asperg im Kreis Ludwigsburg verhaftet. Der Schweizer Polizei lagen Hinweise vor, dass der 22-Jährige sich in Süddeutschland aufhält.

Umfangreiche Ermittlungen der Kriminalpolizei Stuttgart führten zu dem Haus in Asperg. Dort hielt er sich gemäss Polizeipräsidium allein auf. Er wurde gegen 11.40 Uhr widerstandslos festgenommen. Der Mann wird auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart dem zuständigen Haftrichter des Amtsgerichts vorgeführt.

Die Festnahme ist gemäss Angaben der Gerichte Kanton Aargau der sehr guten Zusammenarbeit der Kantonspolizei mit den deutschen Polizeidienststellen zu verdanken. Diese hätten mit effizienter Amts- und Rechtshilfe zum Fahndungserfolg beitragen können.

In der Nacht ausgebrochen

Der Schweizer war in der Nacht auf Samstag aus der geschlossenen forensischen Station der Psychiatrischen Klinik in Windisch ausgebrochen. Er durchtrennte am Balkon ein Sicherheitsnetz.

Die Station ist gemäss Klinik keine Verwahrungsstation und auch kein Hochsicherheitstrakt für gefährliche Personen. Die Kantonspolizei suchte intensiv nach dem Mann.

Der Aargauer hatte 2009 als Minderjähriger in Sessa TI eine 17-jährige Vietnamesin mit einem Holzscheit erschlagen. Das Jugendgericht Baden verurteilte ihn 2013 wegen Mordes zur Höchststrafe im Jugendrecht. Er wurde zu einem Freiheitsentzug von vier Jahren und zu einer geschlossenen Unterbringung verurteilt. Er kassierte die im Jugendstrafrecht vorgesehene Höchststrafe.

Weil die jugendstrafrechtlichen Massnahmen jedoch bis zum Erreichen des 22. Altersjahres befristet sind, wurde der Mann im Frühling 2015 auf Antrag der Jugendanwaltschaft fürsorgerisch untergebracht. Dagegen wehrte sich der Mörder auf dem Rechtsweg. Es folgte ein Hin und Her. Im Februar wies das Aargauer Verwaltungsgericht die Beschwerde des Mannes gegen die fürsorgerische Unterbringung ab.

Lücke im Jugendstrafrecht

Der Ständerat hatte am Donnerstag beschlossen, diese Lücke im Jugendstrafrecht zu schliessen. Alle Massnahmen des Jugendrechts enden, wenn ein jugendlicher Täter das 22. Altersjahr erreicht hat. Ab Anfang Juli gilt eine Altersgrenze von 25 Jahren.

Der Betroffene kann also beispielsweise eine geschlossene Einrichtung verlassen. Täter, die sich selbst gefährden oder an einer psychischen Störung leiden, können danach fürsorgerisch untergebracht werden.

Für junge Menschen, die Dritte gefährden, gibt es jedoch keine solche Regelung. Das will der Ständerat ändern und nahm eine entsprechende Motion von FDP-Ständerat Andrea Caroni (AR) einstimmig an.

SDA/fal

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