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Britin stirbt in der Schweiz aus Angst, eine Greisin zu werden

Eine Pensionärin reiste für ihren Freitod nach Basel. Sie starb mithilfe eines Vereins, der schon früher durch kontroverse Fälle auffiel.

Von Marisa Eggli

Ihre Geschichte wirbelt durch England und Amerika und befeuert die Debatte über Sterbehilfe. Gill Pharaoh, 75, aus London, reiste in die Schweiz, um zu sterben. Pikant: Sie sei gesund gewesen, hatte keine Krankheit, die ihr Leben bedrohte. So schreibt es die britische «Sunday Times». Pharaoh selbst veröffentlichte kurz vor ihrem Tod Beiträge, in denen sie sich als relativ gesunde Frau beschreibt, die ein gutes Leben gehabt habe, nun aber an einigen Altersgebresten leide. Sie könne nicht mehr wie früher durch London flanieren, ihren Garten kaum mehr selbst bewirtschaften oder ihre Freunde bekochen. Sie sei nicht depressiv, aber sie wolle dem natürlichen Zerfall ihres Körpers nicht mehr zusehen, wolle kein Pflegefall werden. Sie beschreibt, wie gross ihre Angst ist, einen schweren Schlaganfall zu haben – wie ihre Freundin, die danach nur noch dahinvegetiert sei. Als ehemalige Pflegerin mit Spezialgebiet Palliative Care kannte sich Pharaoh mit sterbenden Menschen aus, die intensiv gepflegt werden müssen. Das wollte sie sich ersparen. Sie wandte sich deshalb vor einiger Zeit an den Verein Lifecircle und kam im Juli zum Sterben nach Basel.

Ihr Tod hat über ihre Heimat hinaus eine Debatte entfacht, weil sie offenbar relativ gesund gewesen war und aus Angst starb, eine pflegebedürftige Greisin zu werden. Nach ihrem Freitod sagte ihr Partner in britischen Medien: Wäre Sterbehilfe in England erlaubt, würde sie noch leben. Sie hätte später friedlich zu Hause sterben können.

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