Bündner Freisinn auf Attacke – Ruhe im Glarnerland

Die FDP Graubündens bläst vor den Wahlen im Herbst zum Angriff. Im Kanton Glarus scheint vieles klar zu sein.

Heisser Kampfs ums Ticket für Bern: SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo Blocher gehört zu den Favoritinnen in Bünden. (23. März 2018)

Heisser Kampfs ums Ticket für Bern: SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo Blocher gehört zu den Favoritinnen in Bünden. (23. März 2018) Bild: Michele Limina/Keystone

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In den beiden Südostschweizer Gebirgskantonen Graubünden und Glarus könnte die Ausgangslage fünf Monate vor den nationalen Wahlen im Herbst unterschiedlicher kaum sein: Parteipolitischer Kampf da – eine (fast) schon klare Angelegenheit dort.

Im Kanton Graubünden, der auf fünf Nationalratssitze Anspruch hat, nahmen die wichtigsten Parteien ihre Nominationen bereits vor. 18 voll geschriebene Wahllisten mit total 90 Kandidatinnen und Kandidaten präsentieren die Parteien dem Wahlvolk – so viele wie noch nie.

Aus dem bisherigen nationalrätlichen Bündner Quintett kandidiert einzig SP-Politikerin Silva Semadeni nicht mehr. Einen Sitz dürfte die SP auf sicher haben, denn der ehemalige Kantonalpartei-Präsident Jon Pult ist der Favorit auf die Semadeni-Nachfolge. Eine weitere Legislaturperiode in Bern in der Grossen Kammer politisieren wollen Heinz Brand (SVP), Duri Campell (BDP), Martin Candinas (CVP) sowie Magdalena Martullo-Blocher (SVP). Sie sind einem Angriff von der FDP ausgesetzt.

Ein Strauss FDP-Listen

Seit acht Jahren stellen die Freisinnigen keine Vertreterin und keinen Vertreter mehr im Nationalrat. Auf die kommenden Wahlen sind sie deshalb auf Attacke programmiert und greifen mit vier Listen an. Im Kanton bekannte Parteimitglieder bilden dabei die Speerspitze.

Drei Listen gefüllt mit Kandidatinnen und Kandidaten hat die SVP, wahrscheinlich kommt noch eine vierte dazu. Die Volkspartei muss verteidigen. Die Zürcherin Magdalena Martullo-Blocher schaffte die Wahl in Graubünden vor vier Jahren überraschend und holte für die SVP einen zweiten Sitz. Das Restmandat war früher schon bei der CVP oder der SP.

Den Status quo sicherstellen will auch die BDP mit Nationalrat Campell, während die CVP die SP überflügeln und sich gleich hinter der SVP als zweitstärkste Partei einreihen möchte. Die Grünen, in Graubünden fast besser als Verda bekannt, sowie die Grünliberalen mischen ebenfalls wieder mit und sind für die anderen Parteien probate Partner für Listenverbindungen.

SP-Mann mit Doppelkandidatur

Die Parteien haben noch bis Mitte August Zeit, solche Allianzen zu schmieden, die einen Wahlausgang doch entscheidend beeinflussen können.

Bei den Bündner Ständeratswahlen durchbricht SP-Politiker Jon Pult mit seiner Kandidatur die Monotonie einer reinen Bestätigung der bisherigen Mandatsträger Stefan Engler (CVP) und Martin Schmid (FDP). Eine Doppelkandidatur wie jene von Pult ist für Graubünden offenbar ein Novum.

Noch Ruhe im Glarnerland

Im Glarnerland sind die Wahlen zur Zeit noch kein Thema. Allerdings gilt als sicher, dass die bisherigen Vertreter wieder in die Hosen steigen und für eine weitere Legislaturperiode kandidieren.

Das sind die beiden Ständeräte Thomas Hefti (FDP, Schwanden, seit März 2014) und Werner Hösli (SVP, Haslen, seit Juni 2014) sowie als einziger Nationalrat Martin Landolt (BDP, Näfels, seit März 2009).

Das linksgrüne Lager, das seit zehn Jahren ohne Glarner Vertretung in Bern ist, hat zwar eine Kampfwahl angekündigt. Eine Kandidatin oder ein Kandidat wurden bislang jedoch nicht präsentiert. (fal/sda)

Erstellt: 24.05.2019, 09:50 Uhr

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