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Bund will dem Gewerbe das Licht ausknipsen

Dunkle Hausfassaden, Saunabetrieb nur mit Ökostrom und Hausinspektoren: Mit solchen Massnahmen möchte der Bund bis im Jahr 2050 Strom für 600'000 Haushalte sparen.

Der Bund plädiert für eine grüne Strompolitik: Lichtspektakel «Rendez-vous Bundesplatz» am 26. Oktober 2012.
Der Bund plädiert für eine grüne Strompolitik: Lichtspektakel «Rendez-vous Bundesplatz» am 26. Oktober 2012.
Keystone

Es könnte dunkler werden in den Schweizer Ladenpassagen. In einem internen Dokument, das der «NZZ am Sonntag» vorliegt, fordert das Bundesamt für Energie (BfE) für die Beleuchtung von Fassaden und Schaufenstern sowie für Leuchtreklame eine «Einschränkung der Betriebszeit». Licht an Fassaden möchte die Behörde sogar grundsätzlich infrage stellen, wie sie schreibt.

Dies sind nicht die einzigen Forderungen des Bunds in Sachen Energiesparen im Hinblick auf den Atomausstieg. Weiter schlägt das BfE vor, dass Sprudelbäder und Saunas nur noch mit erneuerbarer Energie betrieben werden dürfen. Ausserdem möchte es Gebäudeinspektoren einführen. Diese würden Heizung, Lüftung, Sanitär- und Elektroinstallationen in Schweizer Gebäuden alle zehn Jahre sowie nach Umbauten überprüfen. Dann könnten sie Verbesserungen vorschlagen. Wie BfE-Sprecherin Marianne Zünd gegenüber der «NZZ am Sonntag» mitteilt, müssten wohl die Eigentümer für Inspektion und Renovation aufkommen.

Kompetenz liegt bei den Kantonen

Mit diesen Neuerungen soll die Schweiz 1,9 Millionen Kilowattstunden Strom bis 2050 sparen. Dies entspricht dem jährlichen Verbrauch von rund 600'000 Haushalten. Der Bund kann allerdings nicht entscheiden, ob seine Forderungen dereinst umgesetzt werden. Denn Gebäude und alles, was dazugehört, liegen in der Kompetenz der Kantone. Im Moment befasst sich die Konferenz der kantonalen Energiedirektoren mit den Vorschlägen.

Für Generalsekretär Lorenz Bösch sind die Vorschläge zumindest eine Option: «Die Anliegen sind verständlich. Wir diskutieren im Moment, ob sie technisch machbar, überprüfbar und durchsetzbar sind.» Ansgar Gmür, Direktor des Hauseigentümerverbands, ärgert sich derweil, dass sich der Bund in die Kompetenzen der Kantone einmischt: «Es ist nicht seine Sache.» Hans-Ulrich Bigler, Direktor vom Schweizerischen Gewerbeverband, bezeichnet die Vorschläge des Bundes gar als «planwirtschaftliche Vorgaben», wie die «NZZ am Sonntag» schreibt.

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