Bundesgericht verbietet Eltern, der Tochter ein Baumhaus zu errichten

Ein Mädchen aus Therwil BL wünscht sich ein Baumhaus. Jetzt hat das Bundesgericht die Pläne der Familie gestoppt.

Die Eltern sollten entweder ein Baugesuch einreichen oder die Sache zurückbauen – sie taten beides nicht. Symboldbild: iStock

Die Eltern sollten entweder ein Baugesuch einreichen oder die Sache zurückbauen – sie taten beides nicht. Symboldbild: iStock

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Die Eltern eines Mädchens in Therwil sind bis vors Bundesgericht gezogen, um ihrer Tochter ein Baumhaus bauen zu können. Die Lausanner Richter haben nun aber die Sicht der kantonalen Behörden bestätigt. Die Eltern hatten eine Plattform von rund 2,5 auf 3 Meter auf einem Baum erstellt, als ihnen unter Strafandrohung verboten wurde, weitere Arbeiten vorzunehmen. Sie sollten entweder ein Baugesuch einreichen oder die Sache zurückbauen.

Sie taten jedoch weder das eine noch das andere, sondern beschritten den Rechtsweg und verlangten die Aufhebung des verfügten Baustopps, wie aus einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil des Bundesgerichts hervorgeht.

Keine landwirtschaftliche Nutzung

Weil der Baum in einer Reservezone steht, gelten die Vorschriften für die Nichtbauzone. Damit kommen die Bestimmungen für das Bauen in der Landwirtschaftszone und die Ausnahmen für Bauten ausserhalb Bauzonen zum Zug, die im Raumplanungsgesetz festgehalten sind.

Einen Bezug zur landwirtschaftlichen Nutzung eines Baumhauses hat das Bundesgericht verneint, da das Haus einer «Freizeitaktivität» diene. Ob ein Baumhaus mit dem Raumplanungsgesetz vereinbar ist, liess das Bundesgericht offen. Dieser Weg steht den Eltern immer noch offen.

(Urteil 1C_166/2019 vom 17.07.2019) (sda)

Erstellt: 07.08.2019, 13:09 Uhr

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