Bundesräte wollten Beatles sein – dann kamen die Anwälte

Das Bundesratsfoto 2020 hätte eine Hommage an das berühmteste Plattencover der Welt werden sollen.

Beatles 1969, Bundesrat 2020. Foto: Keystone

Beatles 1969, Bundesrat 2020. Foto: Keystone

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Das offizielle Foto des ­Bundesrates für 2020 zeigt eine lächelnde Regierung hinter der Bühne des Konzerttheaters Bern. Instrumentenkoffer und Scheinwerfer sollen vermitteln, dass es sich hier um ein magistrales Orchester handle. Oder «ein gut abgestimmtes Septett», wie die Bundespräsidentin für das Jahr 2020, Simonetta Sommaruga, sagt. (Der Achte im Bild ist Bundeskanzler Walter Thurnherr.)

Was sie aber nicht sagt: Vor der Veröffentlichung gab es Misstöne. Das Foto hätte so nie gemacht ­werden sollen. Sommaruga hatte etwas ganz anderes geplant. Sie wollte, dass die Regierung die ­Beatles auf einem Fussgängerstreifen imitiert, wie auf dem Cover des berühmten Albums «Abbey Road», das 2019 seinen 50. Jahrestag ­feierte. Die Präsidentin wünschte sich einen Bundesrat, der die Strasse vor dem Bundeshaus überquert, um sowohl auf die Musik, die ihr am Herzen liegt, als auch auf ihr ­Departement, das sich mit den Themen Verkehr, Umwelt und Energie beschäftigt, Bezug zu ­nehmen. Sommarugas politische Botschaft war unterschwellig klar: weniger Autos, mehr laufen.

Magistrales Vorbild: Das Albumcover von «Abbey Road» der Beatle, 1969. Foto: PD

Für das Fotoshooting bat sie ihre Kollegen, keine dunkle Kleidung zu tragen, um sich vom Asphalt besser abzuheben. Alles war seit Monaten vorbereitet, als das Projekt Anfang Dezember gestoppt wurde. Warum? Die ­Anwälte des Bundes haben sich eingeschaltet.

André Simonazzi, Sprecher des Bundesrates, erklärt: «Indem der Bundesrat das Cover des Beatles-Albums imitierte, warf er die ­Frage des Urheberrechts auf. Wir haben das geklärt. Es stellte sich heraus, dass wir nicht hundert Prozent ­sicher waren, dass das, was wir ­taten, legal war. Wir haben also das Vorsorgeprinzip angewandt.» Bye-bye, Beatles. Aber sicher ist sicher, man wollte keinen Rechtsstreit riskieren. «Es wäre nicht ideal gewesen, das Jahr mit einer gerichtlichen Hypothek zu beginnen», sagt ­Simonazzi.

Erstellt: 07.01.2020, 14:45 Uhr

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