Zum Hauptinhalt springen

Bundesrat interessiert sich für Autorennen

Trotz Rundstreckenrennverbot stösst die Formel E bei der Landesregierung auf Interesse. Sie empfiehlt eine Motion zur Annahme – macht aber Auflagen.

Die Formel-E-Meisterschaft wurde im September gestartet, hier das Rennen in Malaysia vom 22. November 2014.
Die Formel-E-Meisterschaft wurde im September gestartet, hier das Rennen in Malaysia vom 22. November 2014.
Keystone

Der Bundesrat öffnet einen Türspalt für Formel-E-Rennen. Er empfiehlt eine entsprechende Motion aus den Reihen der FDP zur Annahme. Die Rennen mit Elektrofahrzeugen sollten jedoch seiner Meinung nach klaren Sicherheitskriterien unterliegen.

Dabei denkt der Bundesrat etwa an eine Maximalgeschwindigkeit, wie seiner Antwort auf den Vorstoss von Nationalrat Fathi Derder (FDP, VD) zu entnehmen ist. Zudem sei auch den Bedenken bezüglich Verkehrssicherheit Rechnung zu tragen.

Formel E statt Formel 1

Derder fordert in seiner Motion gesetzliche Änderungen, um Rennen mit Elektrofahrzeugen in der Schweiz bewilligen zu können. Grund dafür ist die neue Formel-E-Meisterschaft, die nur elektrisch betriebenen Fahrzeugen offensteht, sich aber an der Formel 1 orientiert.

«Diese Meisterschaft trägt also dazu bei, dass die Forschung auf diesem Gebiet gefördert wird. Sie stellt eine ausgezeichnete Möglichkeit dar, unsere Region und deren Innovationsfähigkeit zu präsentieren», schreibt Derder in der Begründung der Motion. Zudem müssten für Formel-E-Rennen keine speziellen Rennbahnen gebaut werden.

Ausnahmen möglich

In der Schweiz sind Rundstreckenrennen nach dem Unglück im französischen Le Mans im Jahr 1955 verboten worden. Geregelt wird das Verbot im Strassenverkehrsgesetz. Der Bundesrat darf jedoch Ausnahmen vorsehen, wenn sie die «Erfordernisse der Verkehrssicherheit und der Verkehrserziehung» berücksichtigen.

Wiederholt wurde das Verbot in den eidgenössischen Räten debattiert – letztmals 2011. Während sich der Motorsport im Nationalrat gewisser Sympathien erfreut, hält sich im Ständerat die Begeisterung dafür jeweils in Grenzen. Befürworter von Autorennen versprechen sich von Rundstreckenanlagen Nutzen für Industrie und Forschung, die Gegner verweisen auf Lärm und Luftverschmutzung.

Weniger Lärm und Abgase

Da umweltschützerische Bedenken bei Rennen mit E-Fahrzeugen geringer seien, erachtet der Bundesrat eine Ausnahme vom Rundstreckenrennverbot als gerechtfertigt. Weiter will der Bundesrat jedoch nicht gehen.

Er lehnt ein Postulat von Max Chopard (SP, AG) ab, das die Prüfung und Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen für Formel-E-Rennen forderte. Die Prüfung von Rahmenbedingungen «oder gar die Initiierung und die Organisation sowie die Subventionierung» kommen dem Bundesrat zufolge nicht infrage.

Die Formel-E-Meisterschaft wurde im September gestartet. Der Schweizer Autorennfahrer Sebastien Buemi ist mit am Start. In seinem zweiten Rennen fuhr er auf Rang drei. Das nächste Rennen findet in Uruguay statt. In Europa sind Rennen in Berlin, London und Monte Carlo geplant.

SDA

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch