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Burkhalter macht Comparis und Co. Konkurrenz

Gesundheitsminister Didier Burkhalter plant laut einem Medienbericht einen Vergleichsdienst für Krankenkassenprämien. Internetdienste wie Comparis sollen nicht mehr auf Kosten der Prämienzahler Millionen kassieren.

Ab nächstem Herbst will Bundesrat Didier Burkhalter allen Grundversicherten in der Schweiz «analog zu Comparis einen eigenen Vergleichsdienst unentgeltlich» zur Verfügung stellen. Dies schreibt die «Handelszeitung», die sich auf ein entsprechendes Sitzungsprotokoll beruft. Der angebliche Vergleichsdienst soll den Online-Prämienrechner ablösen, den die aktuelle Webseite des BAG den Versicherten zum Vergleich der Krankenkassen bereitstellt.

Gemäss dem Zeitungsbericht ist es denkbar, «dass Wechselwillige dann auch per Mausklick Offerten bei Versicherern anfordern können». Damit würde der Bund ein lukratives Geschäftsfeld betreten, in dem Internetvergleichsdienste wie Comparis oder Bonus tätig sind.

Geschäft mit Kontaktprovisionen

Solche Vergleichsdienste bieten den Nutzern die Möglichkeit, direkt Offerten von Krankenkassen zu bestellen. Für jede Bestellung eines Antrags bekommen diese Dienste Geld. Beim Marktführer Comparis sind das je nach Offerte 30 Franken und mehr. Für so genannte Kontaktprovisionen bezahlen die Kassen in der Grundversicherung pro Jahr rund 16 Millionen Franken. Für Makler-Dienste geben sie jährlich rund 33 Millionen aus, wie die «Handelszeitung» weiter berichtet.

Jean-Marc Crevoisier, Kommunikationschef des Eidgenössischen Departements des Innern, will auf Anfrage von Redaktion Tamedia nicht von einem Internetvergleichsdienst à la Comparis sprechen. Er bestätigt allerdings, dass das Angebot rund um den seit Jahren bestehenden Online-Prämienrechner des BAG verbessert werde – und dies solle die Krankenkassen nichts kosten und damit die Prämienzahler nicht belasten.

Gegen Provisionen in Grundversicherung

Mit diesem Projekt will der Bund verhindern, dass Krankenkassenmakler und Internetvergleichsdienste auf Kosten der Prämienzahler jedes Jahr Millionen von Franken verdienen. Gleichzeitig nimmt er einen neuen Anlauf für ein Provisionsverbot in der Grundversicherung der Krankenkassen, das das Eidgenössische Parlament zunächst befürwortet hatte, aber in der Schlussabstimmung im letzten Oktober ablehnte.

Inzwischen hat Gesundheitsminister Burkhalter per Verordnung dem Geschäft mit den Maklern einen Riegel geschoben. Spätestens ab 1. März 2011 dürfen Maklerprovisionen nicht mehr über die Prämiengelder berappt werden. Mittelfristig sollen solche Provisionen bei der Grundversicherung gesetzlich verboten werden.

Comparis: «Wir müssen immer besser sein»

Comparis-Geschäftsführer Richard Eisler kritisiert laut «Handelszeitung» die Pläne des Bundes, eine Art Internetvergleichsdienst für Krankenkassenprämien anzubieten. Er frage sich schon, «ob da unsere Steuergelder richtig eingesetzt werden». Eine existenzielle Bedrohung für seine Firma befürchtet Eisler nicht: «Konkurrenz belebt das Geschäft und sorgt dafür, dass wir immer besser sein müssen.»

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