Buttet gibt CVP-Vize ab und macht Alkohol-Entziehungskur

Der Walliser CVP-Nationalrat zieht aus der Stalking-Affäre erste Konsequenzen.

Nach Stalking-Vorwürfen: Politikerinnen äussern sich zur Affäre um CVP-Nationalrat Yannick Buttet. (Video: Tamedia)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Walliser CVP-Nationalrat Yannick Buttet tritt nach den Stalking-Vorwürfen als Vizepräsident der CVP Schweiz zurück, bleibt aber vorerst im Nationalrat. Zudem lässt er sich seines Alkoholkonsums wegen ärztlich behandeln.

«Als Vizepräsident der CVP Schweiz trete ich per sofort zurück», wird Buttet in einer durch seinen Anwalt Andreas Meili versandten Medienmitteilung zitiert. Das Präsidium der CVP Schweiz hatte Buttet bereits am Donnerstag als Vizepräsident suspendiert. «Ferner werde ich mich in eine ärztliche Kur begeben, um meinen Alkoholkonsum in den Griff zu bekommen», wurde Buttet in der Mitteilung weiter zitiert.

Buttet entschuldigt sich

Nach seiner Genesung werde er sich mit der kantonalen Partei absprechen, ob er sein Mandat als Nationalrat weiterführe, hiess es in der Mitteilung. «Bis auf weiteres ziehe ich mich aus meinen gewählten Funktionen zurück.» «Er ist ab sofort krankgeschrieben und wird sich in die Kur begeben», sagte Buttets Anwalt Meili der Nachrichtenagentur SDA auf Anfrage. «Solange er nicht gesund ist, wird er seine Ämter als Nationalrat und Gemeindepräsident von Collombey-Muraz nicht ausüben.»

Buttet gab zudem eine Entschuldigung ab: «Ich möchte mich zutiefst bei meiner Frau und meiner Familie und bei den Menschen entschuldigen, die durch mein unangemessenes Verhalten verletzt wurden, auch bei meinen Parteikollegen.»

Geklingelt, bis die Polizei kam

Die Westschweizer Zeitung «Le Temps» hatte am Donnerstag enthüllt, dass gegen den Walliser CVP-Nationalrat Buttet eine Klage wegen Stalkings eingereicht wurde. Die Klage geht auf einen Polizeieinsatz in der Nacht auf den 19. November in Siders VS zurück.

In dieser Nacht soll der Nationalrat und Präsident der Gemeinde Collombey-Muraz so lange beim Haus seiner ehemaligen Geliebten geklingelt haben, bis die Frau die Polizei rief.

Nach den Enthüllungen wurden erste Rücktrittsforderungen laut. Gegenüber dem Westschweizer Radio RTS lehnte Buttet einen Rücktritt jedoch ab. Nach dem Fall wurde zudem eine Anlaufstelle für Opfer von Belästigungen im Bundeshaus gefordert. (woz/SDA)

Erstellt: 04.12.2017, 09:55 Uhr

Artikel zum Thema

Fall Buttet: «Er muss sein Amt niederlegen»

Stimmen, wonach Politiker Yannick Buttet zurücktreten soll, werden lauter. Auch der Druck auf sein mutmassliches Opfer soll gestiegen sein. Die CVP-Spitze will nun ihre Haltung festlegen. Mehr...

Buttet spricht offen übers Baggern im Bundeshaus

CVP-Nationalrat Yannick Buttet soll seine Ex-Geliebte und weitere Frauen belästigt haben. In einem Video belastet er sich selbst. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blog

Kommentare

Weiterbildung

Lohncheck in Pflegeberufen

Qualifiziertes Pflegepersonal ist rar. Eine Pflegeinitiative setzt sich darum für höhere Löhne ein.

Die Welt in Bildern

Logenplätze: Die Bewohner der nepalesischen Ortschaft Bode verfolgen den Nil-Barahi-Maskentanz von ihren Fenstern aus. Während des jährlichen Fests verkleiden sich Tänzer als Gottheiten und ziehen durch die Strassen. (20. August 2019)
(Bild: Navesh Chitrakar) Mehr...