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Buttet provoziert Widerspruch

Die Anwältin von Yannick Buttets Stalking-Opfer rügt den zurückgetretenen Walliser CVP-Nationalrat wegen realitätsferner Äusserungen.

Sein Problem sei gewesen, dass er sich nicht zwischen zwei Frauen habe entscheiden können: Yannick Buttet. Bild:
Sein Problem sei gewesen, dass er sich nicht zwischen zwei Frauen habe entscheiden können: Yannick Buttet. Bild:

Die Idee war clever. Mit einem von langer Hand vorbereiteten Geständnisporträt wollte Yannick Buttet diese Woche von seinem Strafbefehl ablenken. Das Projekt gelang dem 2017 nach einer Stalking-Affäre zurückgetretenen Walliser CVP-Politiker ordentlich. Die Medien berichteten über dessen Verurteilung wegen Nötigung und unrechtmässiger Aneignung, weil Buttet einer Ex-Geliebten wochenlang täglich bis zu 50 Textnachrichten geschickt hatte und zu Unrecht in Besitz eines Schlüssels zur Wohnung der Klägerin gewesen war. Die Medien nahmen aber auch auf, was Buttet der Onlinezeitung «Matin.ch» sagte. Sein Problem sei gewesen, dass er sich nicht zwischen zwei Frauen, seiner Ehefrau Laetitia und einer Geliebten, habe entscheiden können und sein Alkoholkonsum dabei immer erheblicher wurde.

Die Frau, die ihre Beziehung mit Buttet beendet hatte, doch während eines Jahres von diesem bedrängt wurde und darum Strafanzeige erstattete, irritiert die Darstellung. Das bestätigt ihre Anwältin Carole Seppey. Diese kritisiert Buttet wegen der neuerlichen Mediatisierung der Affäre scharf und bezeichnet das gleichzeitige Erscheinen des Interviews mit dem Bekanntwerden der Verurteilung als «gut organisierten Zufall». Sie betont: «Die ganz persönliche und zu seinem Vorteil gereichende Interpretation des Geschehenen im Interview stimmt mit der Realität nicht überein.» Anders als von Buttet behauptet, habe die Justiz die von seinem Opfer dargelegten Fakten anerkannt, so Carole Seppey. Es brauche viel Mut, sich einer Person des öffentliches Lebens vor Gericht entgegenzustellen, ist die Anwältin überzeugt. Der Entscheid sollte Frauen in ähnlichen Situationen auch ermutigen, ebenfalls die Justiz einzuschalten.

Schutz der Familie hat «absolute Priorität»

Der Zeitung «Le Nouvelliste» sagte Buttet: «Ich respektiere die Justiz, aber ich teile ihre Interpretation der Fakten nicht.» Der Politiker prüft, die Verurteilung anzufechten. «Ich fälle meinen Entscheid in den nächsten Tagen.» Der Schutz seiner Familie habe dabei «absolute Priorität».

Nach seinem Rückzug aus Bern ist Buttet nun Gemeindepräsident von Collombey-Muraz. Der 41-Jährige könnte sich vorstellen, für den Ständerat zu kandidieren. Doch dafür bräuchte er den Support seiner Partei, der ihm während seiner Krise fehlte. «Kollegen, denen ich politisch sehr nahe stand, haben mich fallen lassen», klagt Buttet.

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