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Cargo-Betriebe pochen auf Vortritt für Güterzüge

Am Freitag teilte der Bundesrat mit, dass die Verlagerungsziele des Güterverkehrs auf die Schiene verfehlt werden. Nun legen die Güterbahnen ihre Verbesserungsvorschläge zur Infrastruktur vor.

Die Verlagerung klappt nicht wunschgemäss: Güterzug und Lastwagen auf der Gotthardstrecke.
Die Verlagerung klappt nicht wunschgemäss: Güterzug und Lastwagen auf der Gotthardstrecke.
Keystone

Vier Güterbahnen aus der Schweiz und Deutschland haben am Montag in Berlin ihre Anforderungen an den Korridor Rotterdam–Genua präsentiert. Sie forderten die Beseitigung von Engpässen und eine Verbesserung der Abläufe, wie vier Unternehmen gemeinsam mitteilten.

Auf Initiative der Gemeinschaft der Europäischen Bahnen und Infrastrukturgesellschaften (CER) einigten sich die Schweizer Güterbahnen SBB Cargo und BLS Cargo sowie die deutschen Güterbahnen DB Schenker Rail und TX Logistik auf gemeinsame Positionen.

Beheben von Infrastrukturengpässen als oberstes Ziel

Eine Beseitigung von Infrastrukturengpässe sei «eminent wichtig», insbesondere auf bestimmten grenzüberschreitenden europäischen Achsen wie dem Korridor Rotterdam–Genua. Die Engpässe liegen laut der SBB im deutschen Oberhausen, in Basel, Chiasso und Mailand.

«Die neuen Infrastrukturen der Betuwelinie, des Lötschberg- und Gotthardbasistunnels müssen nun zu einem durchgehenden, leistungsfähigen Korridor verknüpft werden», forderte Dirk Stahl, CEO der BLS Cargo International, laut Communiqué.

Mehr Kapazitäten könnten weiter erreicht werden durch Vorrang von Güterzügen, harmonisierte Operationsprozesse und die Einführung von Fahrplantrassen. Die Güterbahnen forderten zudem, dass die Kostenbelastungen für die Eisenbahnverkehrsunternehmen einen wettbewerbsfähigen Schienengüterverkehr zulassen.

Mehrkosten durch unterschiedliche Systeme

Ausserdem müsse eine «signifikante Vereinfachung und Verbesserung der Abläufe erfolgen», die minimale operative Stopps vorsehe. Besonders die Interoperabilität sei eine Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit der Bahnen gegenüber der Strasse.

«Die Bahnen kämpfen nach wie vor mit unterschiedlichen nationalen Bestimmungen wie zum Beispiel aufwendigen Zulassungsverfahren oder unterschiedlichen Sicherheitssystemen», wird Nicolas Perrin, CEO der SBB Cargo, im Communiqué zitiert. Diese Mehrkosten reduzierten die Vorteile des grenzüberschreitenden Verkehrs für die Bahn.

Der Korridor 1, auch als «Korridor A» bezeichnet, geht von Rotterdam in der Niederlande und Zeebrugge in Belgien via die deutschen Städte Köln, Duisburg und Mannheim nach Basel. Über zwei Trassen führt der Korridor durch die Schweiz nach Genua an die italienische Mittelmeerküste.

SDA/mrs

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