Clinton im Ehebett, sein Atomkoffer im Kinderzimmer

Das WEF ist reich an denkwürdigen Auftritten der Politprominenz. Ein Rückblick.

Historischer Handshake, erster US-Präsident: Als das WEF in Davos Geschichte schrieb.
Video: Nicolas Fäs

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Donald Trump ist erst der zweite amtierende US-Präsident, der nach Davos reist. Im Jahr 2000, als sich die Anti-Globalisierungs-Demos auf ihrem Höhepunkt befanden, besuchte Bill Clinton das WEF. Entsprechend umfangreich waren die Sicherheitsvorkehrungen.

Der US-Präsident logierte im Belvédère, konnte jedoch nicht in der Suite des 5-Stern-Hauses einquartiert werden, weil man darauf von einem Nachbarhaus aus freies Schussfeld gehabt hätte. Stattdessen übernachtete er im Ehebett von Hotelier Ernst Wyrsch. Der Atomkoffer lagerte im Kinderzimmer. Clinton wurde von 1500 Leuten begleitet. Zu den Anekdoten des Besuchs zählt auch die Pause, die Clinton auf dem Weg nach Davos in der Autobahnraststätte Glarnerland gemacht hatte – um Pizza zu essen.

Sowohl Ronald Reagan als auch Barack Obama nahmen immerhin virtuell am Forum teil. Reagan schaltete sich mehrmals via Liveschaltung zu, Obama schickte 2010 eine Videobotschaft.

Die mächtigsten Politiker

China schickt schon seit 1979 Delegationen ans WEF, aber 2017 war das erste Mal, dass ein chinesischer Staatschef nach Davos kam. Mit Xi Jinping holte Klaus Schwab den zweitmächtigsten Mann der Welt in die Schweiz.

Xi Jinping (l.) schüttelt WEF-Chef Klaus Schwab die Hand. Foto: Laurent Gilliéron

2014 reiste der iranische Präsident Hassan Rohani anlässlich des WEF erstmals nach Europa. Das war eine kleine Sensation angesichts des absehbaren Endes der internationalen Sanktionen. Die erhoffte Annäherung zwischen Rohani und Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu blieb allerdings aus.

Israels Premier bliebe gegenüber dem Iran hart. Foto: Laurent Gilliéron

Die denkwürdigsten Begegnungen

Es ist der wohl berühmteste Handschlag von Davos: 1994 einigten sich der israelische Aussenminister Shimon Peres und PLO-Chef Yassir Arafat auf einen Vertragsentwurf über den Gazastreifen und Jericho. 2001 verlief die gleiche Begegnung etwas anders: Arafat schockierte mit einer Brandrede gegen Israel, die Friedenshoffnungen lösten sich in Luft auf.

Handschlag mit Folgen: Israels Perimer Simon Peres (l.) und Palästinenserführer Yassir Arafat in Davos. Foto: Michele Limina

1992 traten Südafrikas weisser Präsident Frederik W. de Klerk und sein schwarzer Nachfolger Nelson Mandela erstmals gemeinsam ausserhalb Afrikas auf.

Die Ikone und ihr Vorgänger: Mandela (r.) und de Klerk. Foto: Patrick Aviolat

Erstellt: 10.01.2018, 09:38 Uhr

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