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«Damit würden Todesfälle in Kauf genommen»

Jugendliche Komatrinker sollen künftig Spitalaufenthalte selbst bezahlen. Suchtfachleute sind alarmiert. Und klar ist auch: Die Änderung hätte weitreichende Folgen.

Jugendliche machen nur zehn Prozent der Spitalaufenthalte wegen Alkoholvergiftung aus: Junge Fussballfans trinken beim Public Viewing Bier.
Jugendliche machen nur zehn Prozent der Spitalaufenthalte wegen Alkoholvergiftung aus: Junge Fussballfans trinken beim Public Viewing Bier.
Keystone
Von der Neuregelung der Kostenübernahme wären etwa Alkoholsüchtige ausgenommen – obwohl sie 90 Prozent der Behandlungen wegen Alkoholvergiftung ausmachen.
Von der Neuregelung der Kostenübernahme wären etwa Alkoholsüchtige ausgenommen – obwohl sie 90 Prozent der Behandlungen wegen Alkoholvergiftung ausmachen.
Keystone
Die Abklärung der Schuldfrage wäre mit hohen administrativen Aufwänden und entsprechenden Kosten verbunden, sagen Krankenkassen und Patientenschützer.
Die Abklärung der Schuldfrage wäre mit hohen administrativen Aufwänden und entsprechenden Kosten verbunden, sagen Krankenkassen und Patientenschützer.
Keystone
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Trinken, bis der Arzt kommt: Das könnte Betroffene künftig teuer zu stehen kommen. Die entsprechende Änderung des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) ist zurzeit in der Vernehmlassung. Sie geht auf einen Vorstoss von Toni Bortoluzzi zurück. Der SVP-Nationalrat will, dass Patienten, die mit einer Alkoholvergiftung ins Spital eingeliefert werden, die Notfallbehandlung selbst bezahlen müssen. «Immer mehr Menschen lassen sich die Folgen ihrer Zügellosigkeit oder Sucht durch die Allgemeinheit finanzieren – das kommt einem Missbrauch des Solidaritätsgedankens gleich», begründet er sein Anliegen. Im Visier hat Bortoluzzi vorab jugendliche Komatrinker, die durch ihr Verhalten im öffentlichen Raum auffallen und daher als Problem wahrgenommen werden.

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