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«Ich wurde schon als Nazi bezeichnet»

CVP-Präsident Gerhard Pfister: «Wir müssen unsere programmatische Beliebigkeit überwinden.» Foto: Raffael Waldner (13 Photo)

Sie präsentieren am Samstag das lange angekündigte Projekt «CVP 2025». Die wichtigste Frage dabei: Gibt es die CVP als nationale Partei bis dann überhaupt noch?

Ihr Projekt besteht zur Hauptsache aus organisatorischen Anpassungen. Reicht das?

Träumen Sie von mehr Macht als Parteichef?

Unter Parteipräsidentin Doris Leuthard hat die CVP noch 2004 den grossen liberal-sozialen Aufbruch ausgerufen. Mit Ihnen an der Spitze wirkt die Partei konservativ wie lange nicht mehr.

«Bürgerlich-sozial»? Das haben wir jetzt noch nie gehört.

Sie haben für Ihr Projekt die Basis befragt. Wie gefällt dieser Ihre Wertedebatte?

«Der CVP wird vorgeworfen, dass man nicht wisse, wofür sie stehe – manchmal zu Recht.»

Halten Sie die interne Diskussion darüber, ob sich die CVP christlich nennen soll, damit für beendet?

Und mit einem anderen Präsidenten.

Wie sieht die politische Mitte der Schweiz im Jahr 2025 aus?

Sie wollen die CVP abgrenzen – vor allem gegenüber der FDP. Dabei haben Sie mit dem Freisinn doch am meisten Gemeinsamkeiten.

Wo wollen Sie sich konkret von der FDP abgrenzen? In weltanschaulichen Fragen?

Das nehmen wir Ihnen nicht ab.

Weil in Ihren Äusserungen oft Neid auf die FDP und die Wahrnehmung der Partei durchschimmert.

Die Abneigung ist gegenseitig: Die FDP fürchtet, dass der neue Kurs der CVP bürgerliche Mehrheiten gefährdet. Sind Sie der Totengräber der von Ihnen geforderten «bürgerlichen Wende»?

«Es hilft halt schon wahnsinnig, wenn man wie der Freisinn mit der NZZ eine ganze Zeitung im Rücken hat.»

Das Resultat ist das Gleiche: Die bürgerliche Wende gibt es nicht.

An Ihrer Schwäche arbeiten Sie. Wie weit sind die anderen Parteien?

Auffällig ist, dass Sie sich von Ihren Partnern vor allem in Wirtschaftsfragen abgrenzen. Warum nicht auch in gesellschaftspolitischen? Zu einer Ehe für alle hat die CVP doch von Natur aus eine eigene Haltung.

Ihr Desinteresse ist für eine selbst ernannte Wertepartei ziemlich inkonsequent.

Das können Sie doch sehr wohl.

Weniger aufregend verläuft die Bundesratswahl. Emotionaler Höhepunkt war Ihre Forderung, dass Bundesräte koordiniert abtreten sollen. Die Grünen werfen Ihnen Machtpolitik vor.

Wer ist denn von den drei jetzigen Kandidaten fachlich am besten?

Kommen Sie, Sie kennen doch alle!

Johann Schneider-Ammann.

Also ging es schon damals nicht um die fachliche Qualifikation. Durchbrechen Sie das eigentlich? Wählen Sie konsequent den fachlich kompetentesten Kandidaten?

Das war nicht die Frage. Sondern: Wählen Sie nach fachlichen oder nach anderen Kriterien?