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«Das Elite-Bashing scheint Früchte zu tragen»

Beklagt die Entmachtung des Volkes: Alt-Bundesrat Christoph Blocher an der Albisgüetlitagung in Zürich.

Was geht in Ihnen vor, wenn Bürgerliche in der Schweiz Trumps Wahl und den Aufstieg der Rechtspopulisten als Ende der alten Ordnung bejubeln?

Warum heissen das selbst ernannte Bürgerliche gut?

Definieren Sie es uns: Was ist denn richtige Bürgerlichkeit?

Ist die SVP noch bürgerlich?

Woran machen Sie das fest?

Warum ist Bürgerlichkeit so wichtig?

In einem Gastbeitrag für die NZZ haben Sie kürzlich beschrieben, wie sich die SP in den 30er-Jahren ­verbürgerlichte, indem sie sich zu gewissen Werten bekannte – und zu einer bestimmten Kultur. Wird sich nicht auch die SVP verbürgerlichen?

Bürgerlichkeit wandle sich, schreiben Sie. Das Bekenntnis gegen den Kommunismus gehörte dazu, später gegen die Nazis. Gegen was müssen sich Bürgerliche heute abgrenzen? Gegen rechts?

Die Kritik muss sich am Output des Staates orientieren – nicht an seiner Essenz.

Wie meinen Sie das?

Dieser Gemeinsinn war früher eines der Hauptmerkmale der regierenden Bürgerlichen. Er scheint zu verschwinden.

Woran die Bürgerlichen auch einen Anteil haben.

Wo verläuft die Grenze zwischen berechtigter Kritik und Feindschaft?

Kann eigentlich auch ein Linker ein Bürgerlicher sein?

Die SVP würde widersprechen. Sie definiert Bürgerlichkeit mit Freiheit und­ ­Unabhängigkeit.

Solche Sätze machen aus einem Freisinnigen, einem ­Linksfreisinnigen noch dazu, ein Feindbild.

Wie kann der «Citoyen» dem entgegenhalten?

Sie reden auch als Freisinniger. Wie sehen Sie die Rolle der FDP?

Und welche der vier Punkte erfüllt die Partei aktuell?

In der NZZ zitieren Sie den Philosophen Odo Marquard: «Die liberale Bürgerwelt bevorzugt das Mittlere gegenüber den Extremen, die kleinen Verbesserungen gegenüber der grossen Infragestellung.» Mehr aus der Zeit gefallen könnte das nicht sein.