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«Das ist an Sadismus nicht mehr zu überbieten»

Die revidierte Jagdverordnung nützt den Wildtieren nach Ansicht des Schweizer Tierschutzes nichts – im Gegenteil. Für Präsident Heinz Lienhard ist es unverständlich, dass die Baujagd weiter erlaubt sein soll.

Erhebt schwere Vorwürfe gegen die revidierte Jagdverordnung: Heinz Lienhard, Präsident des Schweizerischen Tierschutzes.
Erhebt schwere Vorwürfe gegen die revidierte Jagdverordnung: Heinz Lienhard, Präsident des Schweizerischen Tierschutzes.
Keystone

Bei der sogenannten Baujagd jagen scharf gemachte Hunde Füchse aus ihrem Bau, damit die wartenden Jäger diese abschiessen können. Häufig komme es dabei zu unterirdischen Kämpfen, bei denen sich die Tiere gegenseitig schwer verletzten, schreibt der Schweizer Tierschutz (STS) in seiner Stellungnahme zum Entwurf, der noch bis Mitte Juli in der Vernehmlassung ist.

Schon die Ausbildung der Hunde in einem künstlichen Röhrensystem sei «an Sadismus nicht mehr zu überbieten», sagte STS-Präsident Heinz Lienhard heute vor den Medien in Bern. Gemäss einer repräsentativen Umfrage aus dem Jahr 2009 lehnten zwei Drittel der Schweizer Bevölkerung die Baujagd denn auch ab.

Nicht mit tierschützerischen Prinzipien vereinbar

Unakzeptabel ist für den STS, dass gewisse Tiere wie etwa Eichelhäher, Elster, Haustaube oder Waschbär noch immer ganzjährig bejagt werden können. Deren Abschuss habe nachweislich nicht die gewünschte Wirkung auf Niederwild, Singvögel und die Landeskultur. Zudem sei die Jagd auf diese Tiere selbst während der Fortpflanzungszeiten mit tierschützerischen Prinzipien nicht vereinbar.

Weiter kritisiert der STS die Zucht von Tieren, um diese anschliessend auszusetzen und jagen zu können. Auch habe es der Bundesrat versäumt, strengere Regeln einzuführen für den Einsatz von Fallen und für den Abschuss streunender Hunde und Katzen. Völlig unverständlich ist für die Organisation, dass Kantone Abschussbewilligungen für den Wolf erteilen können sollen.

Um einen Tierschutzartikel ergänzen

Der STS verlangt, dass die Jagdverordnung in der Revision um einen Tierschutzartikel ergänzt wird. Das Jagdgesetz sei in erster Linie ein Gesetz zum Schutz der Wildtiere und regle erst in zweiter Linie die Jagd.

(SDA)

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