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Das Phänomen BDP

Die SVP-Abspaltung konnte ihre «geerbten» Sitze bei den kantonalen Wahlen in diesem Jahr halten und gar neue hinzugewinnen. Haare lassen mussten die übrigen Bundesratsparteien.

Erfolgreich: Ballone an der BDP-Versammlung.
Erfolgreich: Ballone an der BDP-Versammlung.
Keystone

In Bern, Glarus und Graubünden – gewissermassen in ihren Stammlanden – errang die neue Partei 61 Sitze in den Kantonsparlamenten. Das sind 6 mehr, als sie vor den Wahlen als «Erbe» von der SVP mitgebracht hatte. Sie verfügt nun, mit den vier letztes Jahr in Aargau gewonnen Sitzen, über 65 Mandate in kantonalen Parlamenten. Das sind 2,54 Prozent aller Sitze in kantonalen Legislativen.

Während die SVP den Aderlass der BDP-Abspaltung in Bern und Glarus weitgehend unbeschadet überstand, sank sie in Graubünden von 32 Sitzen (2006) auf 4. Sie verfügt heute über 554 Kantonsparlamentssitze oder 21,64 Prozent. Ende 2009 waren es noch 580 oder 22,48 Prozent gewesen.

Krebsgang der anderen Grossen

Bei der FDP kann der Erfolg in Graubünden nicht über die insgesamt negative Bilanz hinwegtäuschen. Trotz der Fusion mit den Liberalen in mehreren Westschweizer Kantonen sank ihre Sitzzahl seit Jahresbeginn von 545 auf 529 Sitze in Kantonsparlamenten – oder von 21,13 auf 20,67 Prozent aller Kantonsparlamentssitze. Bei der CVP sank die Gesamt-Sitzzahl seit Ende 2009 von 514 auf 498, oder von 19,93 auf 19,46 Prozent. Seit Jahren im Dauerregen steht auch die SP. Ihre Gesamt-Sitzzahl sank seit Ende 2009 von 459 auf 446 oder von 17,79 auf 17,42 Prozent aller Kantonsparlamentssitze.

Die Grünen als stärkste Nicht-Regierungspartei stagnierten bei den Kantonswahlen dieses Jahres. Sie haben 198 Sitze in kantonalen Legislativen, per Saldo minus vier Mandate, oder 7,73 Prozent, 0,1 Prozentpunkte weniger als Ende letzten Jahres. Dagegen liegen die noch jungen Grünliberalen mit Sitzgewinnen in Bern und Graubünden weiter auf Erfolgskurs. Sie haben mittlererweile 31 Sitze in Kantonsparlamenten. Die übrigen Parteien konnten ihre Sitzzahl ungefähr halten.

Krebsgang der anderen Grossen

Gewählt worden ist im ersten Halbjahr in Ob- und Nidwalden, Bern, Glarus und Graubünden. Mit der Verkleinerung des Glarner Landrates um 20 Sitze sank die Gesamtzahl der Sitze in 25 Schweizer Kantonsparlamenten von 2579 auf 2559 Sitze (ohne Appenzell Innerrhoden, wo Parteizugehörigkeiten keine Rolle spielen). In der zweiten Jahreshälfte finden noch in Zug und Jura kantonale Wahlen statt.

SDA/se

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