Die neue SRF-Direktorin erwartet einen schwierigen Start

Umbauen, sparen, entlassen: Nathalie Wappler wird viel politisches Gespür brauchen, um die anstehenden Reformen umzusetzen.

Sie ist die neue SRF-Direktorin: Nathalie Wappler über ihre neue Aufgabe. Video: Lea Koch und Claudia Blumer

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Sparmassnahmen: Die SRG wird jährlich 100 Millionen Franken sparen, auch, weil der Bundesrat die Gebühren bei 1,2 Milliarden pro Jahr plafoniert. Davon entfallen 20 Millionen Franken auf das SRF und das Produktionszentrum TPC. 250 Vollzeitstellen werden gestrichen, auch Entlassungen wird es geben. Derzeit konsultiert die SRG Sozialpartner und Mitarbeitende, umgesetzt wird das Sparprogramm ab 2019 und während einer vierjährigen Übergangsfrist. Wie schwierig es ist, zu sparen, zeigt der im September gefällte Studio-Entscheid, Baustelle Nummer 2.

Studio-Entscheid: Verwaltungsrat und Geschäftsleitung der SRG wollen einen grossen Teil des Radiostudios in Bern mit 170 Mitarbeitenden nach Zürich verlegen. Dies aus entwicklungstechnischen Gründen, das Radio soll im derzeit entstehenden Newsroom integriert werden. Doch auch aus Spargründen – einen Spareffekt von 5 Millionen Franken erhofft sich die SRG. Kritiker bezweifeln, dass dies gelingt. Politiker von links bis rechts hatten sich gegen die Verlegung ausgesprochen – und sie machen nun Druck im Parlament. In gleichlautenden Initiativen fordern die Parteipräsidenten von Grünen bis SVP, dass der Radiostandort Bern gesetzlich verankert werden soll. Wenn diese Forderung durchkommt, muss die SRG von ihrem Entscheid abrücken. So oder so wird Nathalie Wappler viel politisches Gespür gegen innen und aussen brauchen, um diese Angelegenheit, die ihr Vorgänger Ruedi Matter aufgegleist hatte, zu managen.

Politische Auseinandersetzungen: Das Volk hat die No-Billag-Initiative abgelehnt, aber der politische Druck auf die SRG bleibt konstant. Hängig ist etwa eine Motion des Lega-Nationalrats Lorenzo Quadri, der verlangt, der SRG «einen zu definierenden Teil der Gebühren» zu entziehen und der Presse zuzusprechen. SVP-Nationalrat Gregor Rutz will die Unternehmensabgabe streichen, die der SRG jährlich rund 170 Millionen Franken einbringt. Die grüne Fraktion will bei der SRG-Werbung abbauen, wie sie in ihrer Motion schreibt: Keine Unterbrecherwerbung mehr, und beim Radio soll das «zunehmend an Werbung erinnernde Sponsoring» nicht mehr erlaubt sein. Ausserdem haben mehrere Politiker von der Mitte bis links, die traditionell hinter der SRG stehen, nach dem Studio-Entscheid angedroht, der SRG bei künftigen Auseinandersetzungen ihre Unterstützung zu verweigern.

Daneben wird Nathalie Wappler ganz praktische Dinge zu erledigen haben: die Konzentration von SRF Kultur im Frühling 2019 in Basel. 330 Mitarbeitende werden künftig im Meret-Oppenheim-Hochhaus arbeiten, heute ist ein Drittel davon in Zürich. Und Ende 2019 geht der neue Newsroom in Leutschenbach live, das wird eine logistische Grossübung.

Erstellt: 06.11.2018, 14:31 Uhr

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