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Das stille Leiden betagter Italiener

Sie leben seit über 50 Jahren in der Schweiz, sprechen aber kaum ein Wort Deutsch – und fühlen sich in Altersheimen völlig isoliert. Jetzt ertönt immer lauter die Forderung nach Italo-Spezialabteilungen.

Wir sind inzwischen alle ein bisschen Italiener. Unser Menüplan wird von Pizza und Pasta dominiert, und wir lassen uns gerne von der mediterranen Lebensfreude anstecken. Kaum jemand würde bezweifeln, dass die Italiener zu den am besten integrierten Migranten der Schweiz zählen.

Das Klischee stimmt nicht ganz. Es gibt eine in der öffentlichen Wahrnehmung vergessene Generation von Italienern, die sich in der Schweiz auch nach Jahrzehnten noch fremd fühlen. Sie wanderten in den 50er- und 60er-Jahren ein, arbeiteten als Hilfsarbeiter in Fabriken und als Handlanger auf dem Bau – und haben nie mehr als ein paar Brocken Deutsch gelernt. Das ging gut, solange sie sich in ihren eigenen Zirkeln bewegen konnten. Sie blieben am Arbeitsplatz unter ihresgleichen, pflegten die italienische Kultur im Boccia-Club und in der Familie sowieso. Beim Umgang mit Schweizer Ämtern halfen ihnen die Kinder und Kindeskinder.

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