«Das Training wird empfindlich eingeschränkt»

Drei von acht zweisitzigen F/A-18 sind abgestürzt. Das Problem: Diese werden für Ausbildungszwecke dringend benötigt, sagt die Sicherheitspolitikerin Corina Eichenberger.

«Es erschwert die Einführung des 24-Stunden-Luftpolizeidienstes»: Corina Eichenberger, FDP-Nationalrätin (AG) und Vizepräsidentin der Sicherheitspolitischen Kommission.

«Es erschwert die Einführung des 24-Stunden-Luftpolizeidienstes»: Corina Eichenberger, FDP-Nationalrätin (AG) und Vizepräsidentin der Sicherheitspolitischen Kommission.

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Die Schweizer Luftwaffe hat bereits 3 von 34 F/A-18 verloren. Wie schätzen Sie als Vizepräsidentin der Sicherheitspolitischen Kommission die Auswirkungen für die Luftwaffe ein?
Jeder Verlust einer F/A-18 schwächt die Luftwaffe. Der jüngste Absturz trifft sie besonders, weil es ein Zweisitzer war. Diese Flugzeuge werden zu Ausbildungszwecken benötigt. Von den einst acht Zweisitzern gibt es noch fünf. Dadurch werden die Trainingsmöglichkeiten empfindlich eingeschränkt.

Wäre dieser Engpass durch den Gripen entschärft worden?
Ja, indirekt schon. Wir haben uns damals aus Kostengründen zwar für den Einsitzer entschieden. Allerdings hätte Saab Flugzeuge für Ausbildung und Training zur Verfügung gestellt. Das gehörte zum Paket.

Wirkt sich der Absturz auf den Luftpolizeidienst aus?
Es erschwert die Einführung des 24-Stunden-Luftpolizeidienstes. Durch den Abbau der Tiger-Flotte und die F/A-18-Abstürze stehen immer weniger Flugzeuge zur Verfügung, insbesondere nachts, weil die Tiger nur tagsüber und bei schönem Wetter eingesetzt werden können. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Luftwaffe, wenn sie rund um die Uhr einsatzbereit sein will.

Wie viele Flugzeuge wären nötig?
Aus Sicht der Luftwaffe wären drei Staffeln à elf Flugzeuge ideal. Man muss sich bewusst sein, dass jeweils nur rund ein Drittel der Flugzeuge für den Luftpolizeidienst einsatzbereit sind. Der Rest steht am Boden, unter anderem für Wartungsarbeiten. Die Situation verschärft sich zusätzlich, weil die F/A-18 demnächst ein Update erhalten sollen. Dann sind sie noch länger blockiert.

Welche Möglichkeiten hat die Schweiz, wenn es zu Engpässen kommen sollte?
Entweder kann man Flugzeuge zumieten oder man muss die Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten verstärken. Es gibt schon heute eine Zusammenarbeit mit den Nachbarländern. Zurzeit sind noch mehrere Tiger einsatzfähig. Nicht mehr flugfähige Tiger werden dann als «Ersatzteillager» für die noch einsatzfähigen verwendet. Der Armeechef und der VBS-Chef möchten die Tiger gern ausser Dienst nehmen. Die Mehrheit der Sicherheitspolitischen Kommission empfiehlt dagegen, die Tiger nur ausser Dienst zu nehmen, wenn wir dazu eine Alternative haben.

Die F/A-18 ist in Frankreich abgestürzt. Angesichts des Unfalls stellt sich die Frage, ob es klug ist, über ausländischem Gebiet zu trainieren. Das ist in jedem Fall klug. Die Trainingsräume für die Schweizer Kampfflugzeuge befinden sich über den Alpen und dem Jura im Grenzgebiet mit Frankreich, Italien und Österreich. Die Schweiz ist klein, und über dem Schweizer Mittelland darf die Luftwaffe auch aus Lärmschutzgründen nicht trainieren. Die bestehenden Trainingsräume reichen nicht aus, weshalb die Schweiz nach Schweden und Norwegen oder eben in den französischen Jura ausweichen muss. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 14.10.2015, 18:26 Uhr

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