«Für die Durchsetzungsinitiative nicht entscheidend ...»

Das Bundesamt für Statistik habe Zahlen über verurteilte Ausländer zurückgehalten. Zu diesem Vorwurf äussert sich nun der Amtsdirektor.

Verteidigt das Vorgehen des Bundesamts für Statistik: Amtsdirektor Georges-Simon Ulrich in Bern. (14.4.2015)

Verteidigt das Vorgehen des Bundesamts für Statistik: Amtsdirektor Georges-Simon Ulrich in Bern. (14.4.2015) Bild: Lukas Lehmann/Keystone

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Das Bundesamt für Statistik habe Zahlen über verurteilte Ausländer im Vorfeld der Abstimmung über die Durchsetzungsinitiative der SVP zurückgehalten, berichtete der «SonntagsBlick». Nun verteidigt BFS-Direktor Georges-Simon Ulrich in einem Interview mit dem «Blick» das Vorgehen.

Man wolle die Statistik nicht geheim halten, so Ulrich. Daten zu polizeilich Beschuldigten würden bereits mit Angabe der Nationalität veröffentlicht. Die Zahlen der Straf- und Urteilsstatistik würden aber noch aufbereitet und mit erklärenden Kommentaren versehen. Im September sollen sie publiziert werden, nachdem Experten aus Kantonen und Wissenschaft sie geprüft haben. «Das ist das übliche Vorgehen», erklärt Ulrich dem «Blick»-Journalisten.

Kriminaltouristen sind ebenfalls erfasst

Dass das Amt zunächst erklärt hatte, die Zahlen könnten vom Volk missverstanden werden, sei unglücklich formuliert gewesen. «Aber bei jeder Statistik ist eine saubere Begleitinformation wichtig», sagt Ulrich im Interview dazu. Und: «Für die Durchsetzungsinitiative ist die Verurteiltenstatistik nach Nationalität nicht entscheidend.» Sie erfasst auch Kriminaltouristen, die nicht in der Schweiz leben.

Man prüfe nun, ob eine Statistik zu in der Schweiz wohnhaften verurteilten Personen nach Nationalität veröffentlicht werden könne. Laut dem Bundesamt-Direktor sind die Schweizer Polizeistatistiken bereits viel detaillierter als diejenigen anderer Länder. Und auch der Detaillierungsgrad der Zahlen zu den Verurteilten werde «international führend» sein.

In der vom BFS veröffentlichten Strafurteilsstatistik werden bisher die Herkunftsländer nicht aufgeführt, sondern es wird nur zwischen Schweizern und Ausländern unterschieden. Auf eine Anfrage des «SonntagsBlicks», wieso nicht nach Nationalität aufgeschlüsselt werde, sagte ein Sprecher des Bundesamtes, man habe das Interesse erkannt. Es sei jedoch schwierig, die Zahlen so aufzubereiten, dass sie vom Volk nicht missverstanden würden. (ij)

Erstellt: 01.02.2016, 09:49 Uhr

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