«Das Unfallrisiko kann für niemand auf null reduziert werden»

Der Führerausweis nur für bestimmte Strecken oder gewisse Tageszeiten – was Pro Senectute zu den neuen Regeln für Senioren sagt.

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Senioren am Steuer: Ab 1. Juli gelten für die ärztlichen Checks von über 70-Jährigen neue Regeln. (15. Mai 2008) Bild: Gaetan Bally/Keystone

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Statt das «Billett» ganz wegzunehmen, können es die Behörden ab dem 1. Juli 2016 auch nur beschränken. So steht es in der revidierten Verkehrszulassungsverordnung, die im Rahmen von Via sicura in Kraft tritt. Der Ausweis gilt dann je nach Einzelfall nur noch für gewisse Fahrten. Möglich sind Beschränkungen auf bestimmte Tageszeiten, Strassentypen oder auf Fahrzeuge mit bestimmter Ausstattung. Tagesanzeiger.ch/Newsnet hat bei Pro Senectute nachgefragt.

Wie sinnvoll ist der Fahrausweis «light»?
Peter Burri: Leute altern unterschiedlich. Manche sind bereits mit 60 stark beeinträchtigt, andere sind fahrtüchtig bis ins hohe Alter. Mobilität ist ihnen dennoch sehr wichtig. Eine solche Zulassungseinschränkung ist für manche Senioren sicher ein Vorteil und besser, als ihnen den Ausweis ganz zu entziehen.

Werden Senioren nicht zu sehr beschränkt?
Die neue Verkehrszulassungsverordnung reguliert nur zum Teil. Der Senior wird einzeln beurteilt, und die Beschränkung seines Ausweises erfolgt individuell entsprechend seinem Gesundheitszustand. Wichtig ist, dass die Untersuchungen durch Fachpersonen und Ärzte eine einheitliche Qualität haben und auch als Sensibilisierung genutzt werden. Pro Senectute sieht in der Verordnung keine Überregulierung. Es bedeutet, dass auch ein 85-Jähriger, der gesundheitlich zwar fit ist, aber zum Beispiel in der Nacht unter einer visuellen Einschränkung leidet, nicht auf seine Mobilität verzichten muss und im bewilligten Ausmass weiter Auto fahren kann.

Die Strassenopfervereinigung Road Cross befürchtet, Senioren mit beschränktem Ausweis bewegten sich vorwiegend innerorts, wo die Anforderungen am grössten sind. Birgt der beschränkte Ausweis neue Gefahren?
Der Grossteil der Senioren fährt sicher nicht nach Italien in die Ferien, das ist klar. Es gilt zwischen Stadt und Land zu unterscheiden. Innerorts auf dem Land ist der Verkehr anders als in der Stadt. Wir von Pro Senectute finden die Regelung ist adäquat, und was ganz wichtig ist, sie ist individuell ausgestaltbar. Natürlich mit vorgegebenem Rahmen. Was aber klar ist, das Unfallrisiko kann für niemand auf null reduziert werden, ob jung oder alt.

Erstellt: 06.06.2016, 12:09 Uhr

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