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Das Unglück nach dem Unglück

Lokführer, die im Dienst etwas Schreckliches erlebt haben, waren früher auf sich alleine gestellt. Heute kümmert sich ein Stab von Notfallpsychologen, Therapeuten und Betreuern um jeden Fall.

Christian Messikommer
Am vergangenen Donnerstag im Einsatz: Care-Mitarbeiter der SBB.
Am vergangenen Donnerstag im Einsatz: Care-Mitarbeiter der SBB.
Pascal Unternährer

Ein Lokführer, der mit seinem Zug in ein Unglück verwickelt ist oder einen Selbstmörder überfährt, kommt wegen des Ereignisses in den ersten Minuten und Stunden gar nicht dazu, das Geschehene zu verarbeiten. «Erst, wenn die technischen Abläufe vorbei sind, die Verantwortung übergeben ist, der Schrecken nicht mehr in den Gliedern steckt, wird dem Betroffenen erst bewusst, was passiert ist», sagt Christoph Mayer, Lokführer mit Zusatzausbildung Nachbetreuung. Gewissensbisse, Schuldgefühle, Ohnmachtsängste – früher, bis Ende der Neunzigerjahre war der Bahnangestellte mit seiner Not allein. Er musste selber mit dem Erlebten fertigwerden, die Arbeit weiterführen oder am nächsten Tag bereits wieder zum Dienst antreten.

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