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Das Volk widersteht einer Versuchung

Richtig verheerend wären die Auswirkungen der Goldinitiative erst in ein paar Jahren oder Jahrzehnten geworden.

MeinungDavid Schaffner

Mit seinem Nein zur Goldinitiative hat das Schweizer Stimmvolk bewiesen, dass es Verlockungen widerstehen kann. Die Forderung, mindestens 20 Prozent der Bilanz der Nationalbank in Gold zu halten, klang auf den ersten Blick gut, ja geradezu bestechend. Wer verbindet mit dem Edelmetall nicht Wohlstand und Sicherheit? Warum sollte die Schweiz also in Zeiten nach der Finanzkrise, die die Instabilität der heutigen Wirtschaftsordnung zeigte, nicht einen massvollen Anteil Goldes halten?

Im Fall der Bilanz der Nationalbank hätte ein fester Anteil des Edelmetalls allerdings bereits kurzfristig fatale Folgen gezeigt. Die grösste Herausforderung der Bank besteht derzeit darin, eine Verteuerung des Frankens zu bekämpfen. Um einen Anstieg zu verhindern, definierte sie das Ziel eines untersten Wechselkurses von 1.20 Franken pro Euro. Wenn immer der Kurs darunter zu sinken droht, kauft sie auf dem Markt Euro auf, um den Frankenkurs stabil zu halten.

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