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Datendieb Falciani bezeichnet Urteil als «unseriös»

Er sieht sich als Whistleblower, doch für das Schweizer Gericht ist Hervé Falciani ein Wirtschaftsspion. Trotz Verurteilung will der ehemalige HSBC-Mitarbeiter weiterkämpfen.

dia
Nahm das Urteil emotionslos hin: Hervé Falciani bei einer Presskonferenz in Frankreich. (28. Oktober 2015)
Nahm das Urteil emotionslos hin: Hervé Falciani bei einer Presskonferenz in Frankreich. (28. Oktober 2015)
Jean-Christophe Bott, Keystone

Der HSBC-Datendieb Hervé Falciani ist vom Bundesstrafgericht in Bellinzona zu einer fünfjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Vom Urteilsspruch erfuhr der 43-Jährige in Spanien. Falciani – er ist italienisch-französischer Doppelbürger – erschien weder zur Verhandlung und noch zur Urteilseröffnung vor dem Gericht.

Er habe die Entscheidung des Gerichts ohne grosse Emotionen zur Kenntnis genommen, sagt Falciani in einem Interview mit der Westschweizer Zeitung «Le Matin». Nur ein Punkt bereitet ihm Bauchschmerzen: «Ich muss jetzt aber meiner Familie klarmachen, dass sich keine Sorgen machen müssen». Dass die Richter ihn nicht als Whistleblower anerkannten, findet er «lächerlich».

Wird Urteil weitergezogen?

Das Gericht habe nur den Vorwurf des wirtschaftlichen Nachrichtendiensts aufrechterhalten, «das spricht für sich», sagte er weiter. Für Falciani steht damit fest: «Das ist unseriös.» Er habe unter einer Verleumdungskampagne gelitten und musste dafür den Preis bezahlen. Doch ans Aufgeben denkt der ehemalige Informatiker nicht. «Ich werde meinen Kampf gegen die Undurchsichtigkeit im Finanzsektor weiterführen», verspricht Falicani.

Das Urteil des Bundesstrafgerichts ist noch nicht definitiv – es steht noch die Möglichkeit offen, Einspruch vor dem Bundesgericht zu erheben. Falciani werde sich nicht um einen Rekurs bemühen, zumindest nicht im juristischen Sinne, denn er sehe das Bundesstrafgericht in Bellinzona als nicht legitimiert an. Sein Anwalt hat bereits angekündigt, den Entscheid nun «sorgfältig prüfen» und dann über einen möglichen Einspruch zu entscheiden.

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