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Datenjäger boomen auch in der Schweiz

Eine erfolgreiche Politagentur in Bern setzt auf Methoden à la Cambridge Analytica.

Auch in der Schweiz werden Facebookdaten für politische Zwecke eingesetzt.
Auch in der Schweiz werden Facebookdaten für politische Zwecke eingesetzt.
Keystone

Die britische Firma Cambridge Analytica hat mit riesigen Datenmengen aus den sozialen Medien, ausgeklügelten Algorithmen und präzisen psychologischen Modellen Donald Trump mutmasslich zum Wahlsieg verholfen. Der Skandal war perfekt, als aufflog, dass wohl Daten von bis zu 87 Millionen Facebook-Nutzern unzulässig in die Hände der Datenanalysten gelangt waren.

Recherchen der Redaktion Tamedia-Partnerzeitung «Bund» zeigen: Auch hierzulande operieren Politagenturen und Datenspezialisten mit zweifelhaften und teils illegalen Methoden, um Wahlen und Abstimmungen nach den Wünschen ihrer Auftraggeber zu beeinflussen und zu steuern. «Solche Firmen schiessen wie Pilze aus dem Boden», sagt etwa Silvia Böhlen von der Eidgenössischen Datenschutzbehörde. Das Problem bei solchen Politikampagnen: Die Verwendung von persönlichen Daten für politische Werbung erfordert laut Datenschutzgesetz eigentlich die explizite Zustimmung der Person – auch wenn die Daten von Facebook stammen. «Vielen Firmen und Parteien ist dies nicht bewusst», so Böhlen.

CVP ist Kundin

Enigma ist eine der führenden Agenturen in diesem Bereich. Die Datenspezialisten mit Büro an der Berner Effingerstrasse wollen mit Cambridge-Methoden die CVP bei den kommenden nationalen Wahlen 2019 wieder zu mehr Wählerstimmen verhelfen. Die Enigma-Datenanalysten haben bereits in der Vergangenheit bei wichtigen Abstimmungen mitgemischt – und noch keine verloren. So etwa bei der zweiten Gotthardröhre. Damals hat die Agentur 167 massgeschneiderte Bild- und Textbotschaften im Internet und auf sozialen Medien an unterschiedliche Zielgruppen verbreitet.

Der Geschäftsführer von Enigma, Martin Künzi, sieht keine Gesetzesverstösse in der Art und Weise, wie Enigma politische Botschaften verbreitet. Die Firma arbeite nur mit öffentlich zugänglichem Datenmaterial.

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