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Davoser WEF versinkt im Schnee, schweizweit stehen Bahnen still

Meterweise vom nass-kalten Weiss: Die Schweiz kämpft mit Schneemassen, das WEF erst recht.

Die heftigen Schneefälle der vergangenen Tage hinterlassen auch in Davos und Klosters ihre Spuren. Die Züge nach Davos, wo in Kürze das Weltwirtschaftsforum (WEF) beginnt, fallen teilweise aus. (22. Januar 2018) Video: SDA

Die Schneemassen zum WEF-Auftakt in Davos sind imposant. Es schneit seit einer Woche fast ununterbrochen im Alpenstädtchen. Am Montagmorgen spulen die Personenwagen im Zentrum, die Strassen verwandeln sich in Rutsch-Rallyes, die ortskundigen Bündner warnen Passanten vor von Dächern herunterfallenden Schneemassen. Die Minilawinen können locker einen Menschen begraben. Es liegen 1,7 Meter Schnee, 42 Zentimeter Neuschnee. Es schneit immer noch.

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Die Busfahrt von Davos-Glaris bis Davos, eigentlich 10 Minuten lang, nimmt mit Verspätung bereits am Morgen früh eineinhalb Stunden in Anspruch. Die Zugstrecke ist unterbrochen, die Lawinengefahr auf Höchststufe.

Armeechef seit Sonntagabend im Dorf

Zur ersten PK des WEF von der Kapo Graubünden und der Schweizer Armee ist RTL angereist, Vox, WDR und ARD – alle pünktlich. Doch manch ein Journalist kommt mit rasselndem Atem und Verspätung im evangelischen Pfarreizentrum an, das zum Medienzentrum der Behörden umfunktioniert wurde. Auch als die Medienkonferenz schon begonnen hat, tröpfeln noch Journalisten ein. Schnee schmilzt auf dem geschliffenen Parkettboden. Die Zivilschützer, die extra zur PK aufgeboten wurden, betrachten interessiert die Szenerie.

Video: So werden Trump & Co. am WEF geschützt

Die 4 wichtigsten Punkte der Davoser Sicherheits-PK vom Montag.

Aldo C. Schellenberg, stellvertretender Armeechef, ist schon am Sonntagabend für die PK angereist. In der Raststätte Heidiland gönnte er sich eine Rösti mit Spiegelei, bevor er den Berg nach Davos in Angriff nahm. Aus Richtung Landquart gibt es einen Polizei-Checkpoint zu passieren. Neben Personenkontrollen führen die Polizisten aber hier auch kurze Autokontrollen durch: Ohne Vierradantrieb nur auf eigene Gefahr – und mit Androhung einer Busse, falls man stecken bleibt.

«Sie werden kontrolliert, sie merken es nur nicht»

Im Zug, wenn die Strecke offen ist, werden die Anreisenden kaum kontrolliert. Oberst Walter Schlegel, Kommandant Kantonspolizei Graubünden und Gesamteinsatzleiter am WEF, sagt dazu vieldeutig: «Sie werden kontrolliert, sie merken es nur nicht.» Und Schlegel sagt auch, dass der viele Schnee für die ganze Organisation des WEF zur grossen Herausforderung wird.

Davos ist im Ausnahmezustand in der WEF-Woche. Jeden Abend bis 1 Uhr morgens können sich Teilnehmer, Medien und Chauffeure im eigens eingerichteten Registration-Center registrieren lassen. Am Sonntagabend um Mitternacht ist der erste Ansturm vorbei, die Schlangen sind kürzer. Die Polizei kontrolliert den ganzen Bereich routinemässig mit Hunden. Die Kontrollen finden das ganze Jahr und immer regelmässiger gegen das WEF hin statt. «Davos ist gerade ein sehr sicherer Ort», sagt Polizeikommandant Schlegel.

Wenn man denn nicht unter Schneemassen begraben wird. Die Schneeräumungsarbeiten könnten an diesem WEF Zusatzkosten in noch unbekannter Höhe verursachen. Der Flugplatz, der dieses Jahr näher an den See verschoben wurde, soll trotz Schneegestöber und Lawinengefahr anfliegbar sein, erklären Polizei und Armee. Noch immer schneit es ununterbrochen. So viel Schnee werden die internationalen Gäste wohl selten zu Gesicht bekommen.

Bildstrecke: Und es schneit und schneit in Davos

Gian Ehrenzeller, Keystone
David Keyton, AFP
Marcel Giger
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