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Dem Hass die Türe nicht geöffnet

Antoine Schluchter, Vater der im Mai 2013 getöteten Marie, hat den Tod seiner Tochter in einem Buch verarbeitet.

Ihm sei es darum gegangen, ein Buch über das Leben zu schreiben, «einen Doppelpunkt und keinen Schlusspunkt zu setzen»: Antoine Schluchter und Ehefrau Evelyne. Screenshot: RTS.
Ihm sei es darum gegangen, ein Buch über das Leben zu schreiben, «einen Doppelpunkt und keinen Schlusspunkt zu setzen»: Antoine Schluchter und Ehefrau Evelyne. Screenshot: RTS.

Es geschah in der Nacht des 14. Mai 2013 um 2 Uhr morgens. Die Türklingel riss Antoine Schluchter aus dem Schlaf. Im ersten Moment dachte er an einen Streich. «Bewege dich nicht, sonst wacht Evelyne (seine Frau, Anm. d. Red.) auf», schoss es ihm durch den Kopf.

Doch an der Haustür klingelte es wieder und wieder. Das Ehepaar stand auf und sah eine Frau und einen Mann ums Haus schleichen – Beamte der Waadtländer Kriminalpolizei. Minuten später offenbarte ihnen die Polizistin: «Ihre Tochter ist nach der Arbeit gegen 19 Uhr entführt worden. Sie wurde in ein Auto gestossen, das wie der Blitz davonfuhr.» Antoine Schluchter regierte zunächst gelassen: «Wissen Sie, ich habe gerade mit Marie telefoniert; ich weiss nicht, was passiert ist, aber sie wird bald ankommen und uns alles erklären.» Die Polizistin entgegnete: «Tut mir leid, was Sie ­ansprechen, ist gestern passiert, wir ­haben bereits einen Tag danach. Tut mir wirklich sehr leid.» Dann erfuhren Maries ­Eltern, wer der Entführer war: ein verurteilter Sexualstraftäter, der seine Reststrafe im Hausarrest absitzen sollte.

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