Demo in Bern mit Wasserwerfer und Gummischrot aufgelöst

Eine Kundgebung gegen die Militäroffensive der Türkei in Syrien eskalierte vor der türkischen Botschaft – wegen vermummten Autonomen.

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Am Freitagabend fand in Bern eine Solidaritätskundgebung für Rojava, die kurdische Region in Nordsyrien, statt. Die Kundgebungssteilnehmer demonstrierten gegen die militärische Intervention der Türkei in Syrien.

Um 18 Uhr fanden sich rund 1000 Teilnehmer, die meisten von ihnen Kurdinnen und Kurden, auf dem Bahnhofplatz ein. «Türkische Armee, raus aus Kurdistan!» skandierte die Menge lautstark.

Gegen 18.15 Uhr formierte sich ein Demozug, der durch Christoffel- und Bundesgasse Richtung Bundeshaus zog. Weiter ging es über die Kirchenfeldbrücke ins Kirchenfeld-Quartier. Ziel war die türkische Botschaft am Lombachweg. Die Kundgebung war von den Behörden bewilligt. Die Polizei begleitete den Demozug.

Am Freitag demonstrierten rund 1000 Personen gegen die türkische Militäroffensive in Syrien. Video: Keystone/sda

Eskalation vor der türkischen Botschaft

Gegen 19 Uhr bewegte sich der Demozug durch die Thunstrasse Richtung Thunplatz. Um 19.30 Uhr erreichte die Kundgebung die türkische Botschaft am Lombachweg. Rund 30 Meter vor der türkischen Botschaft riegelte die Polizei den Lombachweg mit Gittern ab. Von einzelnen Personen wurden aus der Menge heraus zuerst Steine in Richtung der Einsatzkräfte, darunter auch gegen das Dialogteam, geworfen, wie die Kantonspolizei am Abend mitteilt.

Trotz mehreren Lautsprecherdurchsagen der Polizei, sich friedlich zu verhalten, und auch deeskalierenden Massnahmen vonseiten des Veranstalters, vermummten sich einzelne Personen vor Ort. Daraufhin wurden erneut Gegenstände geworfen, darunter Sperrgitter sowie Holzbretter, welche die Personen von Zäunen umliegender Gärten gerissen hatten.

Veranstalter beendet Kundgebung

Dies bewog den Veranstalter dazu, die Kundgebung als beendet zu erklären. Während bereits ein reger Abzug stattfand, kam es zu weiteren Sachbeschädigungen und Angriffen gegen die Einsatzkräfte durch einzelne Vermummte. Um weitere Ausschreitungen sowie Verletzungen zu verhindern und die Kundgebung aufzulösen, musste die Kantonspolizei Gummischrot und den Wasserwerfer einsetzen.

Wie ein Reporter vor Ort meldete, ging die Aggression von den vermummten Demoteilnehmern aus. Die kurdischen Teilnehmer verhielten sich friedlich. Verletzt wurde gemäss aktuellem Kenntnisstand niemand, wie die Polizei weiter schreibt. Es entstanden jedoch Schäden an den Gartenanlagen umliegender Privatliegenschaften sowie an mehreren Einsatzfahrzeugen.

Während der Kundgebung kames zu Verkehrsbehinderungen.

Bereits am Freitagmittag machten Aktivisten auf die Kundgebung aufmerksam. Zwei Aktivisten kletterten auf den Glasbaldachin beim Bahnhof. (jsp, tag)

Erstellt: 11.10.2019, 22:16 Uhr

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