Demo-Ankündigung von Autonomen sorgt für Aufregung

In Bern soll am Samstag für «gefangene und verletzte» G-20-Gegner demonstriert werden. Die Polizei wappnet sich, der Stapi beschwichtigt.

Ob sich am Samstag ein ähnliches Szenario in der Stadt Bern abspielen wird, bleibt offen.

Ob sich am Samstag ein ähnliches Szenario in der Stadt Bern abspielen wird, bleibt offen. Bild: Manu Friederich

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Berner Autonome haben für den kommenden Samstag zu einer «Solidaritätsdemo» für «gefangene und verletzte» G-20-Gegner aufgerufen. Bislang wurde kein Gesuch um eine Demo-Bewilligung eingereicht. Die städtischen Behörden sind allerdings bemüht, dem Anlass nicht zu grosse Bedeutung beizumessen. Sie möchten den ohnehin schon aufgeladenen Konflikt nach den heftigen Auseinandersetzungen in Hamburg nicht noch anheizen. Zwar sagt der städtische Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP): «Sicherlich spielen die Ereignisse in Hamburg bei der Vorbereitung der Polizei eine Rolle.»

Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL) hingegen relativiert und appelliert an die Demonstranten: Demonstrations- und Versammlungsfreiheit in Bern seien grundsätzlich gewährleistet: «Wer friedlich demonstriert, darf das tun.» Gilt das auch für unbewilligte Demonstrationen? «Man kann auch noch kurzfristig ein Demo-Gesuch einreichen, und das würden wir prüfen», sagte dazu von Graffenried, das habe in der Vergangenheit auch schon funktioniert. Ob er am Samstag den Demonstranten erlauben wird, durch die Stadt zu ziehen, wollte von Graffenried nicht sagen.

Juso kritisiert die Medien

Für Alexander Feuz, Fraktionspräsident der Stadtberner SVP, ist hingegen klar: «Die Polizei muss mit einem grossen Aufgebot präsent sein.» Wenn genügend Polizisten vorhanden seien, gingen die Demonstranten vielleicht «lieber in die Badi». Er kritisiert zudem die Reitschule: Sowohl in Hamburg als auch in Bern würden fast alle gewalttätigen links-anarchistischen Demonstrationen von den autonomen Zentren aus gesteuert. Nun müssten die Verantwortlichen endlich den «rechtsfreien Raum» schliessen.

Bei der Juso sieht man das anders: Vera Diener, Medienverantwortliche der Juso Bern, geht von einer friedlichen Demo aus – «solange die Sache jetzt nicht noch von den Medien künstlich hochgeschaukelt wird».

Zeigt sich die Juso solidarisch mit der von der Revolutionären Jugend Gruppe (RJG) organisierten Soli-Demo? Momentan gebe es für die Juso «keinen Grund sich von der Demo zu distanzieren», sagt Diener. Neben den Medien kritisiert sie auch Nause, dieser «freue sich geradezu auf den kommenden Samstag». Selber an der Demo mitlaufen werde sie aber nicht, da sie am Samstag arbeite.

Erstellt: 13.07.2017, 07:47 Uhr

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