Der Beamte des Diktators
Wiktor Chrapunow war das Ziel der Auftraggeber von FDP-Nationalrätin Christa Markwalder. Kasachstan will seinen Kopf. Zu Recht?

«Wie ist der Stand im Verfahren gegen Wiktor und Leila Chrapunow?» Das wollen Christa Markwalder und vor allem ihre kasachischen Auftraggeber, die für sie die Interpellation geschrieben haben, vom Bundesrat wissen. Das inzwischen geschiedene Ehepaar lebt seit 2007 in Genf. Auf der Flucht vor dem kasachischen Präsidenten Nasarbajew, der ihnen nach dem Leben trachte, sagt Wiktor Chrapunow. Weil er, der zwei Jahrzehnte lang sehr hohe Ämter innehatte, Millionen gestohlen habe, sagt Kasachstan und hat 2012 ein Rechtshilfegesuch in der Schweiz eingereicht.
In Genf läuft deshalb ein Verfahren wegen Geldwäscherei. Zweimal reisten im letzten Jahren kasachische Ermittler an, wie der zuständige Staatsanwalt bestätigt. Grosse Fortschritte habe es bislang nicht gegeben. Ein Auslieferungsgesuch Kasachstans lehnte die Schweiz laut dem Bundesamt für Justiz 2014 ab.