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Der Eiertanz ums Arbeitszeugnis

H. S., der in neun Heimen 114 Kinder missbrauchte, bekam immer gute Arbeitszeugnisse. Diese dürften ja nicht schlecht sein, wehren sich Heimleiter. Stimmt nicht, sagt der Arbeitsrechtler.

Welches Arbeitszeugnis darfs denn sein? Weil Arbeitgeber Konflikte scheuen, geben sie tendenziell gute Noten.
Welches Arbeitszeugnis darfs denn sein? Weil Arbeitgeber Konflikte scheuen, geben sie tendenziell gute Noten.
Keystone

«Das Zeugnis muss ja grundsätzlich positiv geschrieben sein (…) es ist nicht zulässig, dass man im Zeugnis schlechte Sachen erwähnt», sagte der Co-Leiter des Heimes St. Martin im bernischen Oberthal, Hans-Jörg Lory, zu «10vor10». Der Vorgesetzte ist mit dieser Meinung nicht allein, auch wenn sie falsch ist. Sein Berufskollege vom Haus Christophorus im welschen Renan, Florian Gantenbein, rechtfertigte ein gutes Zeugnis trotz schlechter Erfahrungen mit dem Mann so: «Man kann das nicht ausdrücken, das ist die Form des Zeugnisses.» H. S. war im Haus Christophorus aufgefallen, weil er in einem Fall ein Kind ohrfeigte.

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