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Der Fall ist ein Armutszeugnis

Tausende Schmerzpatienten auszugliedern und neue Renten abzuwehren, hat eine Marktlücke für gewinnorientierte Gutachterfirmen eröffnet. Hier sind Korrekturen nötig.

Eine Firma, die für die Invalidenversicherung ärztliche Gutachten schreibt, hat einen schwerwiegenden Fehler gemacht: In einem Gutachten über R. M. beschreibt sie hauptsächlich eine andere, unbekannte Person. Die Widersprüche sind offensichtlich. Wer das Gutachten liest, merkt, dass es von zwei Personen handelt.

Trotzdem hat niemand den Fehler bemerkt, weder die IV-Stelle noch das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich. Die Ärzte der IV-Stelle und die Richter haben das Gutachten also wahrscheinlich nicht gelesen, das ihnen als Grundlage diente für den Entscheid über die Arbeits­fähigkeit von R. M. Wie fehlerhaft die IV-Gutachter offenbar arbeiten, ist bedenklich. Auch die umfangreichen Prüfmechanismen der IV-Stelle scheinen nicht zu funktionieren. Und erst recht ein ­Armutszeugnis ist der Fall für das Gericht. Dieses darf sich auf keine Partei verlassen, sondern muss den Sachverhalt selbst ­abklären. Das haben die drei involvierten Richter offenbar nicht gemacht.

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