Zum Hauptinhalt springen

Der Funke ist übergesprungen

Warum es auf dem Arbeitsmarkt aktuell wenig Grund für Pessimismus gibt.

Das vergangene Jahr war kein Glanzjahr für die Schweizer Wirtschaft. Nur um ein Prozent hat das Bruttoinlandprodukt gemäss den Ökonomen des Bundes zugenommen. Und dies, obwohl in Europa die Wirtschaft überraschend stark zulegen konnte und die Schweiz stark von den Exporten dahin abhängt. Ein wichtiger Grund für die negative Sonderentwicklung war die anhaltende Skepsis bei den Schweizer Unternehmen gegenüber der verbesserten Lage nach dem Frankenschock der letzten Jahre. Deshalb blieben sie mit dem Einstellen von neuem Personal zurückhaltend, was sich in einem aussergewöhnlich geringen Beschäftigungswachstum gezeigt hat.

Wie jüngste Daten vom Arbeitsmarkt belegen, ist die Zuversicht bei den Unternehmen endlich angekommen. Auch die deutliche Abschwächung des Frankens beginnt Wirkung zu zeigen, und die Angst vor einem neuen Aufwertungsschock schwindet. Die positiven Impulse vom brummenden Konjunkturmotor im Ausland schlagen jetzt voll auf die Schweiz durch. Die optimistische Prognose der Bundesökonomen, die ein Wachstum der Schweizer Wirtschaft um 2,3 Prozent erwarten, erscheint realistisch. Am wichtigsten: Die Firmen stellen wieder Leute ein: Die Anzahl der offenen Stellen ist auf ein Höchstmass angestiegen.

Diese Zahl liegt sogar höher als die Anzahl der offiziell gemeldeten Arbeitslosen. Das ist für Ökonomen ein Hinweis dafür, dass die verbliebene Arbeitslosigkeit weniger konjunkturell als vielmehr strukturell bedingt ist. Das bedeutet, dass die Arbeitssuchenden oft nicht die Qualifikationen mitbringen, die aktuell nachgefragt werden. Ein billigerer Franken und eine rascher wachsende Wirtschaft können hier ohnehin wenig helfen. Dass aber ein durch den technologischen Wandel beschleunigter Strukturwandel menschliche Arbeit gleich ganz ersetzt – etwa weil Roboter die Jobs gleich selbst machen können –, dafür liefern auch die jüngsten Daten keinen Hinweis. Im Gegenteil dazu sind gerade in jenen Bereichen viele Stellen offen, die technologisch besonders weit fort­geschritten sind. Aktuell gibt es auf dem Schweizer Arbeitsmarkt wenig Grund für Pessimismus.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch