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Der hohe Preis der Kindergutschriften

Statt komplizierter Steuerabzüge will BDP-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf jeder Familie einen Betrag gutschreiben. Selbst bei 1000 Franken pro Kind käme das den Mittelstand teuer zu stehen.

Der Vorschlag der BDP-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf findet bei den Linken bis weit in die bürgerlichen Parteien hinein Sympathie: Jede Familie erhält pro Kind eine Gutschrift – dafür werden sämtliche Familienabzüge gestrichen. Wie hoch diese Gutschrift sein könnte, sagt die CVP in einem Positionspapier: 1000 Franken pro Kind und Jahr. Eine Zürcher Mittelstandsfamilie würde mit diesem Vorschlag schlechter fahren als mit dem heute geltenden Modell. Familie Meier etwa hätte pro Jahr rund 3600 Franken weniger zum Leben – knapp einen halben Monatslohn des Vaters Thomas.

Familie Meier ist eine hypothetische Familie mit zwei Kindern, anhand der die Steuerbelastung einer Mittelstandsfamilie dargestellt werden kann. Vater Thomas, 38-jährig, arbeitet zu 100 Prozent als Lehrer und verdient 8038 Franken – er liegt damit laut Statistik des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) gleichauf wie 50 Prozent aller Lehrer in der Schweiz. Mutter Daniela, 35, ist Versicherungsberaterin und verdient mit ihrem 80-Prozent-Pensum 6325 Franken. Das ist etwas weniger als die Mehrheit ihrer Kolleginnen verdient, weil sie nach einer vierjährigen Babypause mit einem tieferen Lohn wieder einsteigen musste. Ihre Kinder, Hannah (4) und Tim (2), sind fünf Tage pro Woche in der Krippe, weil Daniela jeden Freitag ihre krebskranke Mutter pflegt.

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