Der Hürdenlauf zum Schweizer Pass

Schweizer zu werden, ist ziemlich mühsam. Erzählen Sie uns Ihre Einbürgerungsgeschichte.

Uns interessiert Ihr Blick auf den Schweizer Pass.

Uns interessiert Ihr Blick auf den Schweizer Pass. Bild: Christian Beutler/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Es ist nicht so, dass es je besonders einfach gewesen wäre, Schweizer zu werden. Im Gegenteil: Nur wenige europäische Länder kennen eine Einbürgerungspraxis, die noch strenger ist. Nun werden die Hürden weiter erhöht: Der Bund arbeitet derzeit an der Verordnung zum neuen Bürgerrechtsgesetz. Damit steht künftig nur noch Ausländern mit einer Niederlassungsbewilligung (dem C-Ausweis) das Recht zu, den Schweizer Pass zu beantragen.

Auch die Anforderungen an die Sprachkenntnisse werden mit dem neuen Gesetz verschärft. Zudem will der Bund vorschreiben, dass ein einbürgerungswilliger Ausländer «die öffentliche Sicherheit und Ordnung» beachten muss und «die Werte der Bundesverfassung respektiert». Dazu sollen Ausländer eine «Loyalitätserklärung» unterzeichnen. Die Behörden sollen dabei auch abschätzen, wie gross die Bereitschaft eines Bewerbers ist, diese Vorschriften später zu missachten.

Ausländer unter Zeitdruck

In Genf hat die Kantonsregierung bereits auf das neue Gesetz reagiert. Das Migrationsamt von Staatsrat Pierre Maudet (FDP) hat Ausländer mit einer Aufenthaltsbewilligung B in einem Brief darauf hingewiesen, dass sie sich beeilen müssen, wenn sie sich einbürgern lassen wollen. «Ich kann Sie nur dazu ermuntern, Bürgerin oder Bürger der Schweiz zu werden», schreibt Maudet. Tatsächlich haben die Einbürgerungsgesuche im Kanton Genf zuletzt zugenommen.

Es ist absehbar: Der Anteil der ausländischen Wohnbevölkerung wird weiterhin hoch bleiben, so hoch wie in kaum einem anderen Land. Ende 2014 lag er bei 24,3 Prozent. Das liegt an der hohen Einwanderung - aber eben auch an der restriktiven Einbürgerungspraxis. Wer erhält den roten Pass und wer nicht? Wir schauen in einer Artikelserie auf den hindernisreichen Weg zum Schweizer Pass - und die Menschen in den Verfahren.

Darum interessieren wir uns für Ihre Geschichte. Vom Zahnbürstenbesuch bis zum Zittern vor der Gemeindeversammlung: Haben Sie eine Einbürgerung hinter sich? Was haben Sie dabei erlebt? Steht Ihre Einbürgerung noch bevor? Oder schreckt Sie das Verfahren ab? Melden Sie sich unter input@tages-anzeiger.ch. Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung, die wir auf Wunsch auch vertraulich behandeln.

Erstellt: 02.05.2016, 07:07 Uhr

Artikel zum Thema

Stadtpolizei schränkt «Zahnbürstenbesuche» ein

Zweimal täglich rückten Zürcher Polizisten aus, um Scheinehen zur Erlangung der erleichterten Einbürgerung aufzuspüren. Damit ist nun Schluss. Mehr...

Aargauer Glocken-Gegnerin blitzt vor Gemeinderat ab

Sie wollte den roten Pass, drang in Gipf-Oberfrick aber nicht durch. Doch die Niederländerin Nancy Holten ist sich sicher, dass ihr eine Einbürgerung zusteht. Mehr...

«Keine Mehrheit für die Bodmers»

Interview Filmregisseur Rolf Lyssy («Die Schweizermacher») wird nächste Woche 80 Jahre alt. Ein Gespräch über Humor, seine jüdische Familie und die Figur des Schweizer Bünzli. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blog

Blogs

History Reloaded Die erste Frau im britischen Parlament

Mamablog Wem nützen Hausaufgaben eigentlich?

Die Welt in Bildern

In allen Farben: Die Saint Mary's Kathedrale in Sydney erstrahlt in ihrem Weihnachtskleid. (9. Dezember 2019)
(Bild: Steven Saphore) Mehr...