Bei Ju-Air ist der Lack ab

Der Gesellschaft die Bewilligung zu entziehen, ist die richtige Massnahme. Sicherer werden die verbliebenen Oldtimer dadurch aber nicht.

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Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) schlägt den richtigen Weg ein, indem es der Ju-Air die Erlaubnis entzieht, kommerzielle Passagierflüge anzubieten. Damit dreht es den Oldtimern nicht endgültig die Luft ab. Auf diese Weise können deren Fans nach wie vor an Bord steigen, müssen aber Mitglied des Trägervereins der Ju-Air werden – und zwar mindestens 30 Tage vor dem Flug. Zudem verpflichtet das Bazl die Airline, ihre Passagiere auf die Risiken der Oldtimerflüge hinzuweisen. Mit diesen Massnahmen sensibilisiert es potenzielle Fluggäste und fordert von ihnen Eigenverantwortung, ohne sie zu bevormunden.

Sicherer werden die verbliebenen Ju-52 durch diese Massnahme aber nicht. Das können nur Auflagen zu ihrem Betrieb erreichen. Das Bazl hat darum nicht nur dafür zu sorgen, dass die Flieger in «technisch einwandfreiem Zustand» sind. Es muss auch Vorschriften bezüglich der Flugrouten erlassen – etwa ein Verbot von Flügen über dicht besiedeltem Gebiet oder kritischen Infrastrukturen wie Atomkraftwerken.

In erster Linie für den Zustand und die Sicherheit der «Tanten» verantwortlich ist aber die Ju-Air selbst – nämlich mit ihrem Verhalten seit dem Absturz. Selbstbewusst drängt die Airline auf eine rasche Wiederaufnahme des Flugbetriebs. Sie kündigte wiederholt an, wann ihre Flieger wieder abheben werden – und konnte ihr Versprechen bislang nicht halten. Die Verzögerungen deuten darauf hin, dass das Bazl hinter den Kulissen mit harter Hand aufräumt. Die Ju-Air täte gut daran, sich selbst einen Marschhalt aufzuerlegen, denn der Lack ist ab. Will sie das Vertrauen der Öffentlichkeit zurückgewinnen, muss sie genau hinsehen und ihre Maschinen auf Vordermann bringen.

Erstellt: 12.03.2019, 21:50 Uhr

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