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«Der Lehrplan 21 muss abspecken»

Der Dachverband der Lehrer begrüsst den neuen Lehrplan. Allerdings hält er ihn für insgesamt überladen. Bei den Fremdsprachen befürchtet er eine Überforderung schwacher Schüler.

mw
Der Lehrplan 21 beschreibt den Bildungsauftrag erstmals in Form von Kompetenzen: Ein Schüler in Neftenbach.
Der Lehrplan 21 beschreibt den Bildungsauftrag erstmals in Form von Kompetenzen: Ein Schüler in Neftenbach.
Sophie Stieger

Der Lehrplan 21 stösst bei den Mitgliedsorganisationen des Dachverbands Schweizer Lehrerinnen und Lehrer (LCH) grundsätzlich auf Zustimmung. Gute Noten erhalten Gestaltung und Form. Der Lehrplan 21 sei aber überladen und der Verfassungsauftrag zur Harmonisierung der Volksschule werde nur teilweise erfüllt.

Ein klares Bild ergaben die Antworten innerhalb des LCH zu den Fremdsprachen: Die Fremdsprachenabfolge soll vereinheitlicht werden. Das Angebot für zwei Fremdsprachen an der Primarschule soll zwar aufrecht erhalten, das Obligatorium aber auf nur noch eine Fremdsprache reduziert werden.

Zwei Fremdsprachen zu viel auf Primarstufe

Der Lehrplan 21 lässt auf der Primarstufe eine unterschiedliche Reihenfolge des Beginns des Fremdsprachenunterrichts zu und verlangt zwei obligatorische Fremdsprachen. Gemäss LCH überfordert dies lernschwache Schülerinnen und Schüler.

Der LCH will zudem, dass die kantonalen Unterschiede bei der Zahl der obligatorischen Unterrichtsstunden in der Volksschule reduziert werden, wie es in der Konsultationsantwort weiter heisst.

Verständlicher für Eltern

Kritik übt der LCH auch an den geforderten Kompetenzen. Im Lehrplan 21 wird der Bildungsauftrag in Form von Kompetenzen beschrieben. Das Ziel ist nicht dann erfüllt, wenn der Stoff behandelt ist, sondern wenn die Kinder das verlangte Wissen anwenden können.

Diese Anforderungen müsste gemäss LCH aber reduziert und die Kompetenzen verständlicher beschrieben werden. Klarer definieren möchte der Verband auch die Mindestansprüche in verschiedenen Fachbereichen. Auch müssten die Chancen zur Erfüllung möglichst für alle Kinder gegeben sein.

Der LCH fordert ausserdem wichtige Systembausteine wie Schülerbeurteilung, Zeugnisse, Stundentafel und Weiterbildungsbedarf der Lehrpersonen verbindlich und kantonsübergreifend zu regeln. Auch soll der Lehrplan für die Eltern und die Öffentlichkeit verständlicher werden.

Die Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz (D-EDK) hatte im Juni den Lehrplan 21 vorgestellt. Bis Ende Jahr ist er in der Konsultation und wird danach überarbeitet. Freigegeben werden soll er im Herbst 2014.

Über die Modalitäten der Einführung entscheidet jeder Kanton in eigener Regie. Bis der Lehrplan 21 angewendet wird, dürfte es drei bis vier Jahre dauern.

(SDA)

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